Er war erst seit Mai im Amt

Bürgermeister Markus Landthaler (50) plötzlich gestorben - große Trauer in Lenggries

Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler (50) stirbt nach Herzinfarkt
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Markus Landthaler ist im Alter von 50 Jahren gestorben.

Diese Nachricht schockiert das Tölzer Land: Der Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler ist am Donnerstag an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

  • Der Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler ist gestorben.
  • Der 50-Jährige starb an den Folgen eines Herzinfarkts.
  • Erst im Mai hatte er sein Amt im Lenggrieser Rathaus angetreten.

Lenggries - Markus Landthaler war erst im vergangenen März zum Nachfolger von Werner Weindl gewählt worden. Im Mai hatte der 50-jährige Freie Wähler sein Amt im Lenggrieser Rathaus angetreten. Es war aufgrund der Corona-Krise ein Beginn in turbulenten Zeiten. Doch Landthaler meisterte den Einstieg souverän. „Schon in der ersten Gemeinderatssitzung, die er geleitet hat, hatte er meinen Respekt“, sagt Vize-Bürgermeister Franz Schöttl. Landhaler, der bis zu seiner Wahl bei der Tölzer Polizei gearbeitet hatte, sei immer darum bemüht gewesen, „einen Ausgleich zu schaffen. Er hat immer gesagt: Reden wir doch noch einmal drüber“, sagt Schöttl. „Tiefe Menschlichkeit“ - das habe Landthaler ausgemacht. 

Bürgermeister Markus Landthaler gestorben - Vize-Bürgermeister Franz Schöttl: „Unfassbar für jeden“

Schöttl war am Freitag immer noch erschüttert über die Nachricht vom Tod des 50-Jährigen. „Es ist für jeden einfach unfassbar“, sagt Schöttl. „Die Gedanken des Gemeinderats und aller Beschäftigten sind bei seiner Frau Annett und den Töchtern Maria und Carolin. Alle wünschen ihnen viel Kraft in diesen schweren Stunden.“

Tief betroffen über den Tod des Lenggriesers ist auch Landrat Josef Niedermaier. „Das tut richtig weh.“ Landthaler sei ein Mensch gewesen, der „die Verantwortung immer angenommen hat – ob bei der Polizei, bei der Wasserwacht oder eben als Kommunalpolitiker“. Er sei geradlinig gewesen, zu 100 Prozent ehrlich und habe gesagt, „wenn ihm etwas nicht gepasst hat. Dabei war er aber immer menschlich verbindend“, sagt Niedermaier. Er habe sich alle Argumente angehört und alles abgewogen – stets auf der Suche nach der besten Lösung für alle. „Für die kommunalpolitische Familie ist das ein herber Verlust.“

Markus Landthaler bemühte sich immer, alle mitzunehmen

Landthalers Bemühen, immer einen gemeinsamen Weg zu finden, und der Wunsch nach Harmonie hatte sich besonders in den Wochen vor der Kommunalwahl gezeigt. „Wahlkampf“ – das sei nichts für ihn, hatte Landthaler immer wieder betont. „Wir wollen nicht streiten, ich mag das nicht“, sagte er mit Blick auf seine drei Mitbewerber. „Ich möchte kein Schlechtreden, keine Diffamierungen. Alle, die sich um ein Amt bewerben, wollen das Beste für Lenggries.“

 Nach seinem Sieg in der Stichwahl hatte sich der 50-Jährige daher nicht nur über sein gutes Ergebnis gefreut, sondern vor allem auch darüber, dass der „Wahlkampf“ so fair über die Bühne gegangen war.

Günter Haubner, Dritter Bürgermeister und Fraktionschef der Freien Wähler im Gemeinderat, ringt im Telefonat mit dem Tölzer Kurier um Worte. „Es ist eine Tragödie“, sagt er. „Wir sind alle sprachlos.“ Landthaler sei „ein Menschenfreund gewesen, einer, der es geschafft hat, alle mitzunehmen“, sagt Haubner, der die vergangenen zwölf Jahre gemeinsam mit dem 50-Jährigen im Gemeinderat saß. „Es ist einfach nur traurig. Ich finde im Moment keinen besseren Ausdruck dafür.“  

Tölzer Polizei trauert um ehemaligen Kollegen

Auch die Tölzer Polizei trauert um ihren ehemaligen Kollegen. „Geschockt, fassungslos, tieftraurig“, so fasst der stellvertretende Inspektionsleiter Andreas Rohrhofer die Gemütslage zusammen. Er habe die Inspektion selten so ruhig erlebt wie am Freitagvormittag. Landthaler sei „ein Original gewesen – mit Ecken und Kanten, aber liebenswert“, sagt Rohrhofer. Er sei einer gewesen, „der für seine Kollegen und seine Freunde das letzte Hemd gibt“. 

1987 hatte Landthaler seine Laufbahn bei der Polizei begonnen. Nach Stationen unter anderem in Geretsried und als Leiter der zivilen Einsatzgruppe bei der Weilheimer Direktion hatte der Polizeihauptkommissar bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister als Dienstgruppenleiter in Tölz gearbeitet. Auch danach blieb er der Inspektion erhalten – zumindest ein bisschen. Denn er pflegte weiterhin das Archiv der Tölzer Polizei. 

Die Auszeit auf der Alm wollte sich Markus Landthaler bewahren

Diese Begeisterung für Geschichte – vor allem für die seiner Heimatgemeinde Lenggries – war eine von Landthalers Leidenschaften. Er sammelte alles, was irgendwie mit der Historie des Dorfs zu tun hatte – vom alten Reiseführer über Postkarten und Fotos bis hin zu Brauereikrügen. 

Eine zweite Leidenschaft waren die Berge. Einmal im Jahr nahm er sich im Spätsommer eine Auszeit und verbrachte vier Wochen auf der Rosssteinalm, kümmerte sich dort um das Jungvieh oder auch um Schwendarbeiten. „Es macht einfach Spaß“, hatte er im Interview Anfang des Jahres erklärt. Es war eine Auszeit, die sich Landthaler auch nach seiner Wahl hatte bewahren wollen – zumindest für eine oder zwei Wochen im Jahr. Doch am Nachmittag des Fronleichnamstags erlitt der 50-Jährige einen Herzinfarkt. „Die herbeigerufenen Rettungskräfte und die Ärzte im Krankenhaus konnten nichts mehr für ihn tun“, so Franz Schöttl.

Lenggries: Trauer um Markus Landthaler - Kondolenzbuch wird ausgelegt

Da auf Grund der Corona-Beschränkungen derzeit keine großen Trauerfeierlichkeiten stattfinden können, wird der Bevölkerung mit einem Kondolenzbuch die Möglichkeit eines persönlichen Abschieds gegeben. Dieses liegt von Montag bis Mittwoch je von 15 bis 19 Uhr im Lesesaal der Lenggrieser Tourist-Info aus. Bei Bedarf werden die Zeiten noch verlängert. Die Trauernden werden gebeten, über den Eingang Geiersteinstraße mit Maske einzutreten und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten.

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