Im Linienbus

Kontrolleure sollen Schwangere gewürgt haben

Monika B. soll erst am Ticketkauf gehindert, dann des Schwarzfahrens bezichtigt und am Ende sogar gewürgt worden sein.

Fürstenfeldbruck - Schwere Vorwürfe gegen zwei Fahrkartenkontrolleure: Sie sollen eine werdende Mutter erst am Ticketkauf gehindert und dann des Schwarzfahrens bezichtigt haben. Am Ende habe man sie gar gewürgt.

Es ist Montagmorgen, kurz nach neun Uhr, als Monika B. am Brucker Bahnhof in einen Bus der Linie 843 einsteigt. Die 38-Jährige aus dem westlichen Landkreis ist in der achten Woche schwanger. Im Bus zum Krankenhaus sei eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Kontrolleur, dem Fahrer und einem Fahrgast im Gange gewesen, berichtet die zierliche Frau. Die drei hätten sich Beschimpfungen an den Kopf geworfen. „Der Fahrer saß zu diesem Zeitpunkt nicht an seinem Platz.“

Worum es bei dem Streit geht, weiß Monika B. nicht, aber die Situation ist ihr unangenehm. Sie wartet ab, bis der empörte Fahrgast den Bus verlassen hat. Dann will sie zum Fahrer gehen und sich ein Ticket kaufen. In diesem Moment habe der Kontrolleur ihre Fahrkarte sehen wollen, berichtet die 38-Jährige. „Ich sagte, ich sei gerade im Begriff, mir eine zu kaufen, und dass er mich doch bitte nicht daran hindern sollte.“ Doch der Kontrolleur habe sie nicht durchgelassen und stattdessen ihren Ausweis zu sehen verlangt.

Monika B. sieht nicht ein, warum sie ihre Personalien angeben soll – sie fühlt sich im Recht. „Der Bus war noch keinen Meter gefahren, die Türen standen noch offen.“ Als der Wagen nach sechs Minuten Fahrt am Klinikum ankommt, eskaliert die Situation. Monika B. steigt aus und will gehen, der Kontrolleur der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und seine Kollegin folgen ihr ins Freie. „Sie haben mich gewaltsam festgehalten und auf eine Bank geworfen“, berichtet die 38-Jährige mit zitternder Stimme.

Beide seien sehr kräftig gebaut gewesen. „Die haben das Dreifache gewogen wie ich.“ Einer der beiden habe ihr den Arm um den Hals gelegt, so dass sie kaum noch Luft bekam. „Sie haben mich behandelt wie einen Schwerverbrecher“, sagt Monika B. „Und das wegen so einer Kleinigkeit.“ Als die Polizei eintrifft – herbeigerufen von den beiden Kontrolleuren –, ist sie völlig aufgelöst. „Ich habe noch eine halbe Stunde danach gezittert und geweint.“

Beide Seiten erstatten Anzeige: Monika B. wegen Körperverletzung, die Kontrolleure wegen Schwarzfahrens und Beleidigung. Die zwei sind Angestellte eines Kooperationspartners der MVG, wie deren Sprecher Matthias Korte mitteilt. Beide seien erfahren und zuverlässig – und sie stellen den Vorfall ganz anders dar als die 38-Jährige. Diese sei keineswegs am Kauf eines Fahrscheins gehindert worden. „Vielmehr wollte die Dame offenbar keinen Fahrschein erwerben“, sagt Korte. „Jedenfalls zögerte sie den Kauf während der Busfahrt immer wieder hinaus.“ Am Klinikum hätten die Kontrolleure sie lediglich am Handgelenk gefasst, um sie am Weglaufen zu hindern. „Die Dame war kaum zu bändigen.“ Man habe bei der MVG keinen Grund, die Aussagen der Kontrolleure anzuzweifeln. Es habe zuvor noch nie Beschwerden über sie gegeben. Das Weitere müssen nun Polizei und Staatsanwaltschaft klären.

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