300 Polizisten suchen nach Kinder-Klamotten

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Polizisten durchsuchen das Gebiet.

Krailling - Um kurz nach 9 Uhr startete am Montag eine der größten Suchaktionen in Bayern. Die Polizei ist auf Spurensuche im Doppelmordfall von Krailling.

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Rund 300 Bereitschaftspolizisten durchkämmten eine gut 50 Kilometer lange Strecke. Es ist der vermeintliche Fahrtweg des mutmaßlichen Schwestern-Mörders vom Tatort in Krailling bis zu seinem Wohnhaus in Peißenberg. Nach tz-Informationen galt die Suche einem roten, ärmellosen Kinder-T-Shirt sowie Kleidung des mutmaßlichen Täters. Nach dem Spurenbild am Tatort zu urteilen, muss der Mörder mit blutgetränkten Kleidern geflüchtet sein – und diese irgendwo entsorgt haben. Chiara (8) und Sharon (11) waren mit dutzenden Messerstichen in Herz und Lunge sowie mit einer Hantelstange getötet worden. Zudem hatte der Mörder die Schwestern offenbar mit einem Strick stranguliert.

Der festgenommene Onkel der Kinder, Postbote Thomas S. (50), schweigt nach wie vor zu den Mordvorwürfen. Die Soko „Margarete“ allerdings ist sich sicher, den richtigen Mann zu haben. Mehrere am Tatort gesicherte Blut- und Speichelspuren stimmen mit der DNA des Onkels überein. Um die Beweiskette weiter zu schließen, suchten die 300 Polizisten nach den Kleidungsstücken. Die Suche erstreckte sich vom Tatort in Krailling, über Gauting, Petersbrunn, Starnberg, Possenhofen, Feldafing, Pähl, Traubling über Weilheim bis nach Peißenberg – nach ersten Informationen jedoch ohne Ergebnis. Die Ermittler hatten gute Gründe, genau diese Strecke unter die Lupe zu nehmen.

Möglicher Grund: Das Handy des mutmaßlichen Täters hatte sich in der Mordnacht entlang der Route immer wieder in die dortigen Mobilfunksendemasten eingeloggt. Die Mordkommission geht zudem davon aus, dass sich Thomas S. in der Tatnacht eine Weile in Feldafing am Starnberger See aufgehalten hatte. Dort befindet sich die Arbeitsstelle des Postboten. Möglicherweise hatte sich der Onkel hier seiner blutigen Kleider entledigt – und war dann zurück nach Peißenberg gefahren. Zwei Stunden nach dem die Mutter Anette S. ihre Töchter tot in der Wohnung gefunden hatte, soll Thomas S. um 6.30 Uhr zur Arbeit in der Post in Feldafing erschienen sein – und mit dem Radl Briefe ausgefahren haben. So, als wäre nichts geschehen.

Jacob Mell, Dorita Plange

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