Krailling: Hier spricht der Anwalt des Verdächtigen

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Das ist der Anwalt ds Verdächtigen

Krailling/München - Karl Peter Lachniet ist der Anwalt des verdächtigen Onkels im Kraillinger Doppelmord. Er ist selbst Vater und entsetzt ob der Bilder, die er vom Tatort gesehen hat.

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Seit nunmehr 34 Jahren vertritt der Münchner Anwalt Karl Peter Lachniet (64) in seiner Kanzlei in der Lindwurmstraße eher unspektakuläre Mandate in Sachen Arbeits-, Ausländer- oder Strafrecht. Sein jüngstes Mandat jedoch rückt den Juristen schlagartig in den Fokus der Öffentlichkeit: Karl Peter Lachniet nämlich ist seit vergangenem Samstag der Verteidiger des mutmaßlichen Mörders von Krailling: Des Postboten Thomas S. (50), der unter dem dringenden Tatverdacht steht, die ­beiden Töchter seiner Schwägerin in der Nacht zum 24. März mit Messer und Hantelstange ermordet zu haben.
Lachniet wühlt sich zur Zeit durch rund 1000 ­Aktenseiten und hat auch die Fotos der ermordeten Kinder anschauen müssen. „Das ist jenseits von allem Vorstellbaren. Die Kinder sind fürchterlich gemeuchelt worden,“ ­sagte er geschockt. Diese Brutalität passt nach seiner Einschätzung so gar nicht zu dem Bild, das er nach mehreren Besuchen in Stadelheim von dem inhaftierten Thomas S. gewonnen hat. Der Onkel der ermordeten Kinder hat selbst eine Frau, drei Söhne und ein kleines Mädchen. „Ich habe ihn als angenehmen Menschen erlebt“, so Lachniet. „Seine ganze Sorge gilt seinen Kindern und seiner Frau. Das ist ungewöhnlich. Meist erlebt man Inhaftierte in dieser Situation als larmoyante Persönlichkeiten, die in erster Linie ihr eigenes Schicksal beklagen.“

Thomas S.’ größte Sorge gilt Ehefrau Ursula, die nach seiner Verhaftung psychisch komplett zusammengebrochen ist und sich derzeit nicht um die Kinder kümmern kann. Sie hatte ausgesagt, dass ihr Mann in der Tatnacht neben ihr im Bett gelegen habe. Ein falsches Alibi?

Das Leid der Familie hat Karl Peter Lachniet sehr berührt: „Bislang gibt es nur Indizien, keine Zeugen. Die endgültige Bewertung steht noch aus, und eine Blutspur allein macht noch keinen Mörder.“ Der Anwalt warnt darum vor Vorverur­teilung: „Mein Mandant und seine Familie stehen im Zentrum einer Rufmordkampagne. Er hat noch nie eine Straftat ­begangen. Man sollte ihm ein faires Verfahren ­gönnen.“

Dorita Plange

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