Krailling: Eltern nehmen Abschied

Krailling - Mit einer ergreifenden Trauerfeier haben die Eltern von Sharon (11) und Chiara (8) am Freitag Abschied von ihren ermordeten Kindern genommen.

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Sie lächeln, ihre blonden Haare sind zum Pferdeschwanz gebunden. Die Sonne scheint ihnen ins Gesicht. Zwei glückliche Mädchen, die ihr Leben noch vor sich haben. Das Bild zeigt die ermordeten Schwestern Chiara (8) und Sharon (11). Unter dem Foto lehnt ein großes Herz. Es ist aus Rosen gebunden, auf der Schleife ein letzter Gruß: „Ich hab euch ganz lieb. Eure Mama.“ Daneben sind zwei Särge aufgebahrt. Bunt bemalt, mit Blumen geschmückt. Klassenkameraden der Mädchen haben sie gestaltet. Kleine Botschaften stehen darauf: „Mach’s gut, du freche Maus“, hat eine Freundin auf den Sarg von Chiara geschrieben. „Sonnenschein Sharon“, steht auf dem anderen.

Bilder von der Trauerfeier

Krailling: Eltern nehmen Abschied von Sharon und Chiara

Vor den über und über mit Rosenblättern und Frühlingsblumen geschmückten Särgen sitzen rund hundert Trauergäste. Sie alle sind am Freitag in die Aussegnungshalle des Bestattungshauses „Aetas für Lebens-und Trauerkultur“ am Westfriedhof gekommen. Anette S., die Mutter der ermordeten Mädchen, hat in der ersten Reihe Platz genommen. Sie ist umringt von Freunden, die ihr in dieser schweren Stunde Halt geben wollen.

Es wird wenig gesprochen, der grausame Doppelmord macht alle sprachlos. Die Patentante von Sharon und Chiara liest aus einem Brief vor, den sie ihr zu Weihnachten geschrieben haben. Eine Freundin der Mutter erzählt, wie viele Träume die Mädchen noch hatten. Vom Wunsch Sharons, Modedesignerin zu werden, von ihrer Liebelingssendung Germany’s next Topmodel. Und von Chiara und ihrer Liebe zu Pferden.

Die Trauer in Krailling

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Dann erklingt eine Gitarre, ein Mann singt „Da kummt di Sunn“ von der österreichischen Band STS. „Glaubst net a du, jetzt wern wieda Blumen blühn.“ Es ist ein hoffnungsvolles Lied, das Chiara und Sharon auf ihrem letzten Weg begleitet, auf ihrer Reise zum lieben Gott. Als die Gitarre verklingt, steht Anette S. auf, entzündet eine Kerze und stellt sie auf den Boden vor den Särgen. Nach und nach erheben sich die Trauernden, treten vor, entzünden weitere Kerzen. Es sind Lichter der Hoffnung und der Liebe für zwei kleine Kinder, die in Frieden und ohne Argwohn aufgewachsen waren. Und deren Leichen am Nachmittag ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof in Gräfelfing gefunden haben.

J. Mell

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