Krailling: Mutmaßlicher Täter will seine Familie sehen

Krailling - Im Mordfall der beiden getöteten Schwestern Chiara und Sharon hüllt sich der mutmaßliche Täter immer noch in Schweigen. Jetzt hat er allerdings eine Bitte geäußert:

Verwitterte Stofftiere, Engelsfiguren und Kerzenstummel auf dem Gehweg entlang der gelben Hausmauer erinnern die Fußgänger noch immer an die schreckliche Tat in der Mietwohnung an der Kraillinger Margaretenstraße (Kreis München). Dort waren die Schwestern Chiara, 8, und Sharon, 11, Ende März umgebracht worden. Das Obergeschoss steht seit der Mordnacht leer.

„Sie möchte nicht zurück in die Wohnung“, sagt ein Freund über die Mutter der toten Kinder. „Es gibt auch Pläne, das Würmtal zu verlassen.“ Den Zustand von Anette S. beschreibt der Bekannte als „psychisch angeschlagen“. Wenn etwas Ruhe einkehre, komme alles wieder hoch. „Sie ist sehr hibbelig. Sie knallt sich zu mit Arbeit, um nicht nachdenken zu müssen.“ Familie, Freunde sowie die Opferschutzorganisation Weißer Ring unterstützten sie.

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Auch das Zuhause des mutmaßlichen Täters, Thomas S., in Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau), ist verwaist. Dort sind die Rolläden heruntergelassen, im Ort wird gemunkelt, dass das Haus versteigert werden soll. Der Tatverdächtige, der Onkel der Opfer, sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft – und schweigt.

Bei einem Gespräch mit seinem Anwalt am Donnerstag soll er den Wunsch geäußert haben, seine Frau und die vier Kinder sehen zu wollen. „Ich bin überrascht, in welch gutem Zustand er ist“, sagt Pflichtverteidiger Karl Peter Lachniet. Der Jurist wartet derweil auf weitere Gutachten von der Staatsanwaltschaft.

Bislang liegen ihm nur zwei Teil-Ergebnisse über DNA-Spuren, die eindeutig Thomas S. zuzuordnen sind, vor. Offenbar gibt es zudem Fingerabdrücke des Täters auf einem aufsteckbaren Fahrradlicht, das in der Tatwohnung gefunden wurde. Es soll den Kindern des Peißenbergers gehören.

Lachniet behält es sich vor, die Gutachten von einem zweiten Labor überprüfen zu lassen: „Gutachter können irren“, sagte er. Wann es zur Anklageerhebung kommt, ist laut Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich offen.  

coe/cal/td

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