Thomas S. schweigt weiter - Die tz klärt wichtige Fragen

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Sitzt seit Sonntag unter dem Verdacht des zweifachen Mordes in U-Haft: Familienvater Thomas S. (50) aus Peißenberg

München - Der mutmaßliche Mörder sitzt in U-Haft. Seine Opfer – die Schwestern Chiara (8) und Sharon (11) – sind beerdigt worden. Was bleibt, ist unendliche Trauer. Und viele offene Fragen.

Vier Tage nach der Festnahme hat der tatverdächtige Onkel der Kinder – der hoch verschuldete Postbote und Vater von vier Kindern, Thomas S. (50) – sein Schweigen noch immer nicht gebrochen. Damit bleibt auch sein Motiv vorerst sein Geheimnis. War ein lang schwelender Erbstreit um einen Wohnungsverkauf mit der Mutter der Kinder der Auslöser? Kann Thomas S. die Schwägerin so gehasst haben, dass er mit Absicht ihre Töchter tötete? Oder überraschten die Kinder den Onkel beim nächtlichen Einbruch in ihr Haus? 

Die tz gibt Antworten auf wichtige Fragen:

Löst sich die SoKo Margarete nun auf?

Nein, sie wird lediglich reduziert. Die verbleibenden Beamten arbeiten alle Hinweise ab. Außerdem sucht die SoKo immer noch Zeugen, die den tatverdächtigen Onkel der Kinder in der Mordnacht vom 23. auf den 24. März gesehen haben.

Wer bekommt jetzt die ausgesetzte Belohnung in Höhe von 13.500 Euro?

Niemand. Der Hinweis auf Thomas S. kam nicht durch einen Zeugen, sondern durch eine DNA-Analyse. Der Täter hatte sich offenbar am Tatort verletzt und sein Blut hinterlassen. Die Verletzungen von Thomas S. sind sogar noch sichtbar.

Warum wurde das Haus von Thomas S. in Peißenberg versiegelt?

Die Polizei sichert dort noch Spuren. Das Siegel darf nur von Polizisten gebrochen werden. Die vier Kinder sind in der Obhut des Jugendamtes. Ihre Mutter Ursula S. befindet sich an einem unbekannten Ort.

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Kann der Tatverdächtige aus der U-Haft entlassen werden?

Angesichts der Schwere der Tat gilt das als ausgeschlossen. Innerhalb von 24 Stunden nach der Festnahme musste Thomas S. einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Der folgte den Indizien der Polizei und erließ am Sonntag Haftbefehl wegen zweifachen Mordes.

Welche Strafe droht dem Täter?

Für Mord schreibt das Gesetz eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Nach 15 Jahren Haft kann ein Mörder eine Haftentlassung beantragen – wenn das Gericht nicht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat. Dies ist nach bisherigem Stand jedoch wahrscheinlich, da mehrere Mordmerkmale – Heimtücke, niedrige Beweggründe, eventuell auch Grausamkeit – gegeben sind.

Droht Thomas S. die Sicherungsverwahrung?

Wohl nicht, da bei ihm nach bisherigen Erkenntnissen kein Hang zu schweren Straftaten vorliegt.

Kann sich ein Geständnis strafmildernd auswirken?

Extrem unwahrscheinlich, angesichts der Schwere des Verbrechens kann das Gericht nicht von der Höchststrafe abweichen. Allerdings könnte er in der Haft Erleichterungen kriegen.

dop./ebu.

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