Kosten noch ungewiss

Krailling: Mehr Platz für dicke Schlitten

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Weil es immer größere Autos gibt, werden Fahrbahnen und Parkplätze in Krail­ling breiter.

München - In  Krailing werden die Parkplätze erweitert, damit die großen Autos mehr Platz haben. Wer die Kosten trägt, ist bisher noch nicht geklärt.

Die Gemeinde Krailling schlägt Alarm: Unsere Autos werden zu dick! SUV-Geländewagen und große Limousinen passen nicht mehr in die Parkplätze im Ortszentrum, nachdem schon die Garagen nicht mehr groß genug für Audi Q7 & Co. sind. Jetzt will der Ort die Parkplätze aufspecken.

Die Margaretenstraße in der Würmtalgemeinde ist das Geschäftszentrum Kraillings: Ein Obstladen, Post, ein Juwelier, Bäcker und Restaurants ziehen viel Kunden an, die mit ihren Autos kommen und vor der Haustüre parken. Genau hier liegt das Problem: Die Parkplätze sind zu schmal geworden für die Autos, die in der Würmtalgemeinde immer größer werden: „Entweder ragen parkende Fahrzeuge vorne in den Gehsteig oder hinten auf die Straße, wenn sie längs bzw. im 90-Grad-Winkel stehen. Oder sie ragen seitlich auf die Fahrbahn“, berichtet der Kraillinger Bauamtschef Helmut Mayer der tz und sagt weiter: „Das Problem an den SUV-Fahrzeugen ist, dass der Fahrer einer normalen Limousine nicht durch sie hindurch schauen kann, wenn er ausparken will.“

Und auch für Radler wird es oft eng, wenn sie an den dicken Brummern vorbei fahren wollen, vor allem, wenn sie gleichzeitig jemand überholt und auch noch Gegenverkehr kommt.

Und als ob das nicht schon genug der Probleme wäre: „Viele Garagen in Krailling stammen aus den 60er-Jahren und sind zu klein geworden“, so Mayer. „Sie wurden halt für VW Käfer geplant und nicht für SUV-Autos.“ Aber auch ohne die großen Edel-Geländewagen würden die Autos immer größer. Mayer: „Der neue BMW Touring etwa wurde gleich um 20 Zentimeter länger als sein Vorgänger.“ Die Folge: „Viele Hausbesitzer nutzen ihre eigene Garagen als Radl-Garage.“ Die Autos stehen jetzt auf der Straße und machen den öffentlichen Parkraum noch knapper, als er eh schon ist.

Mayer gibt zu bedenken: „Noch vor zehn Jahren wurden Parkplätze mit einer Breite von 2,30 Metern geplant, jetzt sind 2,50 Meter Mindeststandard.“ In Krailling will man bei der Neugestaltung noch weiter gehen: „Wir wollen die Parkplätze 2,60 bis 2,70 Meter breit machen.“

Um Radlern mehr Sicherheit zu gewährleisten, will die Gemeinde außerdem drei Pflasterstreifen als Sicherheitskorridor zwischen Parkplätzen und Fahrbahn ziehen. Damit die jetzt rund 50 Parkplätze nicht weniger werden, muss die Gemeinde auch mit den privaten Grundstücksbesitzern reden. Der Zeitraum für die Maßnahme: „Fünf bis sechs Jahre.“ Über Kosten redet man in Krailling – noch – nicht.

Die Autofahrer begrüßen die Pläne: „Das wäre schon sehr gut, wenn man hier mehr Platz zum Einparken hätte“, so Werner Noack (63), Geschäftsführer einer Reinigungsfirma aus Planegg. „Ich fahre oft mit meiner Mutter zum Essen her, und da ist das Aussteigen oft schon sehr schwierig.“

Johannes Welte

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