Kraillinger Doppelmord: Das eiserne Schweigen

Krailling - Fünf Wochen nach dem Doppelmord ist in Krailling etwas Ruhe eingekehrt - zum Alltag übergehen können die Bürger natürlich trotzdem nicht. Der mutmaßliche Mörder schweigt eisern.

Die Kamerateams sind schon lange abgezogen, die Spurensicherer ebenfalls. Auf dem Gehweg vor dem ockerfarbenen Haus an der Margaretenstraße brennen Kerzen, Plüschtiere sitzen an die Wand gelehnt, frische Blumen liegen am ­Boden. Fünf Wochen nach dem Doppelmord an den Schwestern Chiara (8) und Sharon (11) ist in Krailling ein bisschen Ruhe eingekehrt. „Zum Alltag übergehen können wir aber nicht“, sagt eine Nachbarin – zu tief sitzt der Schock, die Trauer über den grausamen Tod der beiden Schwestern.

Der mutmaßliche Mörder der Mädchen, ihr Onkel, schweigt indes eisern – obwohl zahlreiche Indizien wie DNA-Spuren auf zwei Tatwaffen – einem Küchenmesser und einer Hantelstange – auf Thomas S. (50) hinweisen. „Wir gehen davon aus, dass wir den Richtigen haben“, sagt Oberstaatsanwältin Andrea Titz. „Die Sonderkommission wertet derzeit diverse Spuren aus und vernimmt weitere Zeugen.“

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Thomas S., vierfacher Vater, sitzt seit einem Monat in Stadelheim. Sein Anwalt Karl Peter Lachniet sagt: „Wir warten erst einmal ab. Es fehlt noch das schriftliche DNA-Gutachten zu einem Strick.“ Dieser Strick – die Rede ist von einem Springseil – war um den Hals der achtjährigen Chiara geschlungen, als die Mutter die Kinder fand.

Chiara und Sharon haben im Nachbarort Gräfelfing ihre letzte Ruhe gefunden. Ihr gemeinsames Grab schmücken frische Tulpen und Kerzen, drei große Findlinge sind am Fuß der Ruhestätte abgelegt. Zwei Rosen, eine gelbe und eine pinke, stecken in der dunklen Erde. Immer wieder kommen Friedhofsbesucher vorbei, bleiben stehen, gedenken für einen Augenblick still der Mädchen, die so grausam sterben mussten.

Jam

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