Kraillinger Doppelmord: Zwei Bäume für Chiara und Sharon

Krailling - Die Erinnerung an die in Krailling ermordeten Mädchen Chiara und Sharon bleibt in der Gemeinde lebendig. Zum Andenken wurden Bäume im Pausenhof der Grundschule gepflanzt.

Nach dem furchtbaren Doppelmord an Chiara und Sharon will die Gemeinde Krailling die Erinnerung an die beiden Mädchen wachhalten und gleichzeitig wieder zurück zur Normalität finden. „Die heutige kleine Gedenkfeier ist wieder ein Schritt auf diesem Weg, der uns dabei hilft, dass die Wunden unseres Unglücks mit der Zeit vernarben“, sagte Bürgermeisterin Christine Borst am Dienstag in der Grundschule.

Krailling: Zwei Bäume für Sharon und Chiara

Krailling: Zwei Bäume für Sharon und Chiara

Die Gemeinde hat auf eine Gedenktafel im Ort verzichtet und stattdessen im Pausenhof zwei drei Meter hohe Felsenbirnen pflanzen lassen. „Wir haben uns für diesen Ort entschieden, an dem die beiden Mädchen glücklich und unbeschwert gelernt und gespielt haben“, sagte Borst in ihrer Rede vor fast 300 Schulkindern. Das Verbrechen habe die Würmtal-Gemeinde in den letzten Wochen und Monaten enger zusammenrücken lassen, so die Bürgermeisterin. „Die Bürger und vor allem ihr Kinder habt gezeigt, was Zusammenstehen und Füreinander-Dasein bedeutet. Wir haben uns gegenseitig getröstet und aufgefangen.“

In der Nacht zum 24. März waren Chiara und Sharon, damals acht und elf Jahre alt, in ihrer Kraillinger Wohnung brutal ermordet worden. Die Mutter hatte ihre toten Töchter nachts nach der Rückkehr von der Arbeit entdeckt. Der mutmaßliche Täter Thomas S., ein Onkel der Kinder, sitzt in Untersuchungshaft, Anfang kommenden Jahres soll der Prozess stattfinden. „Auch heute sind wir noch traurig, wenn wir an das letzte Schuljahr denken“, sagte Rektorin Hermine Freystätter bei der Gedenkfeier. Es sei überschattet gewesen von dem grausamen Doppelmord sowie dem Tod des Lehrers Klaus Oberleiter; der damals 32-Jährige war trotz einer Knochenmarktransplantation seinem Krebsleiden erlegen. Sie sei sehr froh, so Freystätter, dass zumindest der Unfall der kleinen Marie ein gutes Ende genommen habe und das Mädchen wieder in der Schule sei. Die Gemeinde hatte Gedenkfeier und Pflanzaktion, die bereits vor den Sommerferien stattfinden sollten, Ende Juli abgesagt, nachdem Marie auf der Pentenrieder Straße von einem Mercedes überfahren worden war und schwer verletzt ins Krankenhaus musste.

Für den musikalischen Rahmen der kleinen Gedenkfeier sorgten die Schulkinder selbst, die die große Lebenskraft der Bäume besangen. Kinder der Klasse 4 c, ehemalige Klassenkameradinnen von Chiara, schmückten die Zweige der Felsenbirnen mit bunten Tafeln, auf denen die Namen der ermordeten Mädchen standen. „Ich wünsche mir, dass wir ein so schlimmes Ereignis nie mehr erleben“, sagte die Schulleiterin.

Auch interessant

Meistgelesen

Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Sie verlor ihren Bruder beim OEZ-Attentat - jetzt boxt sich Mandy Berg zurück
Sie verlor ihren Bruder beim OEZ-Attentat - jetzt boxt sich Mandy Berg zurück
Wir machen den Selbsttest: Wie unpünktlich ist die BOB wirklich?
Wir machen den Selbsttest: Wie unpünktlich ist die BOB wirklich?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion