Musiker Antonio liegt tot auf der Straße

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Antonio P. war stets gut gelaunt – das übertrug sich auch auf sein Publikum

Krailling - Mit einem rätselhaften Todesfall in Krailling beschäftigt sich derzeit die Polizei. In der Nacht auf Sonntag fanden Passanten gegen 1 Uhr morgens den 69-jährigen Musiker Antonio P. auf.

Auch in jüngeren Jahren machte Antonio P. am liebsten Musik

Sonntag Abend blieb es still im Ristorante „La Dolce Vita“ in Herrsching am Ammersee. Normalerweise unterhält hier am Sonntag Antonio P. (69) die Gäste mit seiner rauchig-melancholischen Stimme, spielt dazu Keyboard oder Gitarre. Am Sonntag entzündete der Wirt stattdessen eine Kerze, daneben stellte er ein Foto von Antonio P. Grund: Der Vollblutmusiker ist tot, gestorben unter rätselhaften Umständen. „Es ist so traurig, Antonio war ein so guter Mensch“, sagt ein Kellner.

Es ist in der Nacht zum Sonntag, als Antonios Herz aufhört zu schlagen. Er hat als letzter Gast kurz vor 1 Uhr das Café Spritz an der Margaretenstraße in Krailling verlassen. Antonio hat es nicht weit zu seiner Wohnung, sie ist nur ein paar Häuser entfernt.

Um 1 Uhr schreckt das Martinshorn eines Rettungswagens die Anwohner aus dem Schlaf. Ein junger Mann hat den Notruf gewählt, weil er Antonio am Boden liegend gefunden hat. Leblos. Sein Oberkörper liegt auf dem Gehweg, seine Beine auf der Straße. Der Notarzt kann nichts für den 69-Jährigen tun. Wa­rum der Italiener tot auf der Straße lag, konnte die Polizei noch nicht klären. „Das Ergebnis der Obduktion steht noch aus“, sagt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. Die einzige sichtbare Verletzung war ein blaues Auge, das vermutlich beim Sturz auf den Asphalt entstanden war.

Vorsichtshalber stellte die Polizei ein Auto sicher, das in der Nähe geparkt war. Es hatte frische Streifspuren, durchgehend von der Beifahrertüre bis zum Kofferraum. Ob der Wagen mit Antonios Tod im Zusammenhang steht, muss das Unfallkommando klären.

Bekannte des Musikers allerdings erzählen, dass Antonio vor einiger Zeit einen Herzinfarkt erlitten habe. Möglicherweise hatte sein Herz eine weitere Attacke ereilt.

Sein Leben lang hatte Antonio musiziert, seine markante Stimme erklingen lassen. Früher, da war der Italiener aus Lazio ein erfolgreicher Gastronom, hatte mehrere italienische Restaurants betrieben. Als er sich vor ein paar Jahren zur Ruhe setzte, konnte er aber eins nicht lassen – die Musik. Und so bescherte er unzähligen Gästen als Alleinunterhalter in etlichen Trattorien in und im Umland von München vergnügliche Stunden. Jetzt ist seine Stimme für immer verstummt …

Jacob Mell

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