Es „nicht ganz für voll genommen“

Kreissägen-Mord: Bekannte wussten schon früh von Tat

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Das Haus, hinter dem die Leiche des Getöteten vergraben wurde.

München - 2008 soll eine Pädagogin ihren Lebensgefährten mit einer Kreissäge getötet haben. Erst 2016 kommt die Tat ans Licht. Doch mindestens zwei Bekannte haben wohl schon deutlich vorher davon gewusst.

Bekannte der Angeklagten im Münchner Prozess um den Mord mit einer Kreissäge haben nach eigenen Angaben schon vor Jahren von der Tat erfahren. „Ich hab' das nicht ganz für voll genommen“, sagte ein Freund am Donnerstag vor dem Landgericht München. An einem feuchtfröhlichen Abend vor einigen Jahren soll der Verlobte erzählt haben, seine Lebensgefährtin habe ihren Ex-Freund umgebracht und er habe geholfen, die Leiche im Garten zu vergraben.

Tat sei „in Vergessenheit geraten“

Später habe der Zeuge noch einmal mit der Angeklagten selbst über die Tat gesprochen. „Sie hat auch die Geschichte mit der Notwehr erzählt“, sagte er. Ihr Ex-Freund habe sie angegriffen und sie habe „aus Angst nach irgendeinem Gegenstand gegriffen und sich gewehrt“. Konkreter nachgefragt habe er nicht. Auf die Idee, die Polizei zu informieren, sei er auch nicht gekommen. „Komisch fand ich's schon, es ist dann aber irgendwann in Vergessenheit geraten.“

Ein ehemaliger Mitbewohner berichtete davon, dass das Paar ihm bei seinem Einzug in die Studenten-WG gesagt habe, „dass auf dem Haus ein dunkles Geheimnis liegt“ und sie gespannt seien, ob der Mitbewohner „diesbezüglich etwas merken“ würde. Später habe der Verlobte ihm gesagt: „Wir sind Mörder. Der Satz hat sich richtig bei mir eingebrannt.“ Auch die Stelle, wo die Leiche im Garten vergraben war, hätten sie ihm gezeigt. Er habe gedacht, sie hätten ihn prüfen oder rausekeln wollen. „Aber ich war mit mir selbst beschäftigt und wollte es so genau auch gar nicht wissen.“ Auch „aus Angst vor Rache“ habe er nicht zur Polizei gehen wollen. Erst eine Bekannte von ihm, der er von den Gesprächen erzählte, alarmierte schließlich die Polizei und brachte die Ermittlungen ins Rollen.

Beim Sexspiel den Kopf abgeschnitten

Die 32 Jahre alte Pädagogik-Studentin ist angeklagt, weil sie ihrem Ex-Freund im Jahr 2008 beim Sexspiel mit einer Handkreissäge den Kopf abgeschnitten haben soll. Sie hat die Tat unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingeräumt. Ihr Verlobter wurde bereits verurteilt, weil er geholfen hat, die Leiche Monate nach der Tat im Garten zu vergraben. Erst 2016 kam die Tat ans Licht.

Ursprünglich war nach Gerichtsangaben für Donnerstag auch die Aussage des Vaters der Angeklagten geplant. Weil die Vernehmung der Frau am Donnerstag aber länger dauerte, gerieten die Pläne des Gerichts zunächst durcheinander.

dpa

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