Heimtückischer Mord

Kreissägen-Prozess: Anklage fordert lebenslange Haft

Im Prozess um den Mord mit einer Handkreissäge in einer Studenten-WG in Haar Hat die Anklage nun eine lebenslange Haftstrafe gefordert.

München - Im Prozess um den Mord mit einer Handkreissäge in einer Studenten-WG hat die Anklage lebenslange Haft für die damalige Freundin des Opfers gefordert. Die Staatsanwältin gehe von heimtückischem Mord aus, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Freitag nach den Plädoyers vor dem Landgericht München; sie wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. Eine besondere Schwere der Schuld bestehe aber nicht.

Die Verteidigerin der Angeklagten plädierte auf Totschlag und eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Die Tat sei nicht aus Heimtücke geschehen, sagte sie im Anschluss an ihr rund einstündiges Plädoyer. Dass das Opfer während der Tat wehrlos war, könne man nicht beweisen.

Der Prozess hatte Mitte Februar begonnen. Die Pädagogik-Studentin hat vor Gericht gestanden, ihren damaligen Lebensgefährten Sebastian H. (†28) Ende 2008 beim Sexspiel mit einer Handkreissäge getötet zu haben. Der Tote war zum Tatzeitpunkt an sein Bett gefesselt, seine Sicht mit einer abgeklebten Taucherbrille verdeckt. Gabriele P. setzte ihm die Kreissäge auf die Brust – laut Rechtsmedizin war der Mann fünf Sekunden später tot. 

Seit Februar läuft der Prozess vor Gericht, immer wieder sind neue, grausame Details an die Öffentlichkeit gedrungen. Eine Polizistin, der die Angeklagte die Bluttat ausführlich geschildert hatte, hat das Tagebuch von Gabriele P. ausgewertet. Demnach schien Angst das zentrale Motiv der Mörderin zu sein. Dass Gabriele P. zum Zeitpunkt des Mordes an einer Psychose gelitten hatte, schloss Gerichts-Psychiater Dr. Mathias Hollweg aus.

Nach derzeitiger Planung des Gerichts soll das Urteil am 19. Mai verkündet werden.

dpa/mh

Rubriklistenbild: © dpa

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