Hebamme bringt eigenen Sohn im Auto zur Welt

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Nach der Geburt im Auto machte Vater Alex Rockenberg von seinem neugeborenen Sohn Fredrik und seiner Frau Katharina zum Andenken an den schönen gemeinsamen Moment dieses Foto. 

Starnberg - Trotz Polizeieskorte schafften es Katharina und Alex Rockenberg nicht mehr rechtzeitig ins Klinikum Starnberg - die 33-Jährige brachte ihren Sohn auf dem Beifahrersitz ihres Autos zur Welt.

So schnell wie möglich braust Alex Rockenberg mit seinem Ford Mondeo die Autobahn entlang. Er ist angespannt. Seine hochschwangere Frau Katharina sitzt neben ihm - tief ein- und ausatmend. Zeitweise hält er ihre Hand, um sie zu beruhigen. „Fahr’ rechts ran“, ruft sie ihm plötzlich zu, als er Starnberg erreicht hat. „Das Baby kommt.“ Auf der Münchner Straße sieht ihr Mann eine Polizeistreife und bittet die Beamten, ihn zum Klinikum zu eskortieren. Mit 80 Sachen rasen sie durch die Stadt. Nicht schnell genug - 200 Meter vor dem Klinikum entbindet Katharina Rockenberg ihren Sohn auf dem Beifahrersitz.

„Er hat sofort geschnauft und uns mit großen Augen angeschaut“, erzählt die 33-Jährige aus Jesenwang im Landkreis Fürstenfeldbruck nach der Blitzgeburt am Sonntagvormittag. „Das war einer der schönsten Momente, als wir da zu dritt im Auto saßen.“ Es ist der Augenblick, in dem die Eltern entdecken, dass ihr Kind ein Bub ist. Im Starnberger Klinikum nimmt die Hebamme Monika Steger die Familie in Empfang. Im Kreißsaal darf der stolze Vater die Nabelschnur durchschneiden. Fünf Stunden später sind die drei wieder auf dem Weg nach Hause.

„Ich war über die Schnelligkeit der Geburt überrascht“, gesteht Katharina Rockenberg. Sie selbst hat ihre Ausbildung zur Hebamme bei Monika Steger gemacht und praktiziert schon seit elf Jahren in Fürstenfeldbruck. Die Jesenwangerin hat zwar schon von so raschen Geburten gehört, die eigene Situation aber unterschätzt.

„Als ich am Sonntagmorgen aufgewacht bin, war ich etwas nervös“, erinnert sich die 33-Jährige. „Ich habe mir aber nichts dabei gedacht, weil ich mich sowieso vier Tage vor dem errechneten Geburtstermin befand.“ Als ihr Mann sich dann zu einem Treffen aufmachte, begleitete sie ihn mit ihrer Tochter Finja (21 Monate). „Ich wollte nicht alleine bleiben. Außerdem hatte ich eine Selbstuntersuchung durchgeführt, und es war alles in Ordnung“, erklärt Rockenberg. Zur Sicherheit packte sie aber doch noch ihren Mutterpass ein.

Gegen halb elf setzte Alex Rockenberg seine Frau und seine Tochter bei Freunden in Gröbenzell ab und fuhr von dort aus zu seinem Termin. Zehn Minuten später klingelte bei ihm das Mobiltelefon: Bei seiner Frau hatten die Wehen eingesetzt und kamen im Zwei-Minuten-Takt. Er machte kehrt und holte Katharina ab. Über die Autobahn versuchten sie so schnell wie möglich ins Klinikum Starnberg zu kommen.

„Ich wollte eigentlich nicht im Auto entbinden“, bemerkt die Jesenwangerin. Aber gegen 11.10 Uhr platzte die Fruchtblase im Auto. Da waren sie schon in Starnberg. Mit ihrer Hand spürte Katharina das Köpfchen ihres Sohnes und nahm den Kleinen entgegen. „Ich war ganz ruhig und klar, als Fredrik gekommen ist. Es war wunderschön“, schwärmt die 33-Jährige.

„Ich bin auch so stolz auf meinen Mann, dass er während der Fahrt die Nerven bewahrt hat“, sagt sie voller Bewunderung. Auch ist Rockenberg darüber verwundert, wie gut ihr Körper die Geburt ohne fremde Hilfe gemeistert hat. „In einer Zeit, wo schwangere Frauen sich immer öfter für einen Kaiserschnitt entscheiden, kann ihnen dieses Beispiel zeigen, dass sie sich nicht so viele Sorgen machen brauchen. Der Körper schafft das schon.“

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