Mutmaßlich radikal-islamischer Angeklagter

Für ihn wurde das Kruzifix abgehängt: Jetzt spricht der verurteilte Afghane

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Der Fall im Miesbacher Amtsgericht löste eine Empörungswelle in ganz Deutschland aus. 

Der Fall schlug hohe Wellen: Für einen Afghanen wurde ein Kreuz in einem Gerichtssaal abgenommen. Gegenüber der Bild gab sich der Verurteilte jetzt tolerant und ganz unschuldig. 

Miesbach - Weil er es mit einem mutmaßlich radikal-islamischen Angeklagten zu tun hatte, nahm der Miesbacher Amtsrichter Klaus-Jürgen Schmid das Kreuz von der Wand. Der Fall sorgte für Empörung in ganz Deutschland - nun äußerte sich der verurteilte Afghane Ahmad A. selbst gegenüber der Bild zu dem Vorfall. 

„Wenn du in die Kirche gehst, werde ich dich töten!“

Rückblick: Dem 21-jährigen Asylbewerber wurde vorgeworfen, einen anderen Flüchtling wegen seines christlichen Glauben bedroht zu haben, wie der Miesbacher Merkur berichtete. „Ich kontrolliere, wohin du am Sonntag gehst. Wenn du in die Kirche gehst, werde ich dich töten“, soll er laut der Staatsanwaltschaft unter anderem gesagt haben. Er steht im Verdacht mit der islamistischen Gruppierung der Taliban zu sympathisieren. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld. Er respektiere alle Religionen und sei nicht mal ein strenggläubiger Muslim. Das Gericht kam auf Grund der Zeugenaussagen zu einer anderen Überzeugung: Der 20-Jährige wurde zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie drei Wochen Dauerarrest und fünf Beratungsterminen bei der Jugendgerichtshilfe verurteilt.

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Richter Schmid (54) nahm vor dem Prozess das Kruzifix von der Wand des Gerichtssaals. Seine Begründung im Interview mit dem Miesbacher Merkur: Er habe es getan, „um dem Angeklagten zu verdeutlichen, dass kein religiös motiviertes, sondern ein von religiösen Ansichten und Überzeugungen völlig unabhängiges Verfahren der dritten Gewalt, der Justiz, stattfindet. In einem Staat, der unter keinen Umständen Gewalt oder Gewaltandrohungen toleriert.“

Ahmad A. befürchtet seine Abschiebung

Im Gespräch mit der Bild erklärte Ahmad A. jetzt, dass sich der Richter diese Mühe hätte sparen können: „Ob das Kreuz hängt oder nicht, ist mir egal“. Er hätte das Problem mit dem Kruzifix nicht verstanden. Auch gegenüber der Bild gab er sich religiös tolerant und ganz unschuldig. Seine Version: Die Vorwürfe seien „alles Lügen“, er selbst sei ein ganz normaler Mensch und habe auch christliche Freunde. Aus Afghanistan sei er geflohen, weil die Taliban seinen Vater bedrohten.  

Gegen das Urteil legte Ahmad A. Berufung ein, weil er negative Auswirkungen auf sein weiteres Asylverfahren befürchtet. Bereits am 16. Dezember 2016 wurde sein Asylantrag abgelehnt, dagegen klagt er aktuell vor dem Verwaltungsgericht in München. 

mag

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