Neues Fahrgastschiff für den Starnberger See

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Die MS Seeshaupt geht in Rente

Starnberg - Der Freistaat Bayern modernisiert seine Schiffsflotte auf dem Starnberger See und gibt ein neues Fahrgastschiff für 800 Gäste in Auftrag. Finanzminister Georg Fahrenschon gerät ins Schwärmen.

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Bei strahlendem Sonnenschein stand Georg Fahrenschon gestern auf dem Anlegesteg der Bayerischen Seenschifffahrt in Starnberg. Gut gelaunt stellte der bayerische Finanzminister dort ein neues Schiff für die Flotte auf dem Starnberger See vor. Die Bayerische Seenschifffahrt hat bei der Lux-Werft in Niederkassel bei Bonn ein Einrumpfschiff bestellt. Das Fahrgastschiff wird 800 Personen auf dem Starnberger See befördern.

Mit einer Länge von 60 und einer Breite von 12,50 Meter legt es voraussichtlich im Frühsommer 2012 am Ufer des Starnberger Sees ab. „Die Baukosten von 6,5 Millionen Euro werden von der Bayerischen Seenschifffahrt finanziert“, betonte Geschäftsführer Walter Stürzl und ergänzte: „Bei der Entwicklung des Schiffes sind wir der Prämisse gefolgt, dass es dem Fahrgast gefallen soll – denn er soll dort ein Kreuzfahrtfeeling vor Alpenkulisse haben.“ Auf dem Hauptdeck wird es einen Salon für etwa 170 Gäste, auf dem teils überdachten Oberdeck Platz für 300 Fahrgäste geben. Auf dem Sonnendeck sollen zudem 30 Liegen zum Ausruhen einladen, auf dem höchsten Deck wird eine großartige Rundumsicht auf die Landschaft des Starnberger Sees möglich sein.

Trotz dieser positiven Neuigkeiten war die Stimmung bei Stürzl etwas getrübt. Denn das neue Schiff wird die fast 60 Jahre alte „Seeshaupt“ ersetzen. „Das liegt mir schwer auf dem Herzen, nicht nur weil wir altersmäßig gut zusammengepasst haben“, bedauerte Stürzl. Am 30. März 1955 wurde die MS Seeshaupt als modernstes Schiff der damaligen Binnenschifffahrt eingeweiht. Heute ist sie zu alt und wird kommenden September außer Dienst gestellt. „Bis dahin können die Familien, die dort gerne ihre Nachmittage verbracht haben, sich von ihr verabschieden“, sagte Stürzl etwas betrübt.

Seine Stimmung hellte sich aber wieder auf, als Fahrenschon erneut auf das neue Linienschiff zu sprechen kam. „Da wir Motorschiffen immer weibliche Namen geben, ziehen wir folgende drei Möglichkeiten in Betracht: MS Possenhofen, MS Tutzing und MS Seeshaupt“, erklärte der Finanzminister. Außerdem wurde gestern nicht nur das neue Prachtschiff präsentiert, sondern auch drei elementaren Neuerungen der Werft. „Die Schifffahrt am Starnberger See soll noch attraktiver werden“, erklärte der Finanzminister. Aus diesem Grund werden die Werftanlagen bis 2012 modernisiert.

Neben neuen Werkstätten soll auf staatlichem Gelände auch ein Verwaltungsgebäude mit Landküche entstehen. „Der Starnberger Stadtrat hat dafür auch schon grünes Licht gegeben, so dass die Bagger hier nächstes Jahr anrollen werden“, so Fahrenschon. Auch wird die Flotte auf Vordermann gebracht: Die MS Bernried wird momentan generalsaniert und im Mai wieder in See stechen.

Marie-Anne Hollenz

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