Kriterienkatalog

Gewerbegebiet vor den Toren Münchens: Bordell verboten

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Auf dieser Fläche südlich des Kreisels will die Gemeinde Vaterstetten Gewerbe ansiedeln. 

Klare Regeln soll es für das mögliche künftige Gewerbegebiet nördlich der A 94 bei Parsdorf geben. „Ethisch bedenkliche Branchen“ wie Bordelle oder Waffenproduktion sind von einer Ansiedlung ausgeschlossen. 

Weihnachtlicher Friede und gegenseitiger Dank. Man sei über viele Schatten gesprungen, um ein gemeinsames Papier zu erhalten, betonte Wirtschaftsförderer Georg Kast im Gemeinderat Vaterstetten. Auf Initiative der SPD haben sich die Fraktionen auf einen Kriterienkatalog für das mögliche künftige Gewerbegebiet nördlich der A 94 bei Parsdorf geeinigt. Für die gesamte Fläche ist ein Branchenmix zum Beispiel aus Produktion, Dienstleistung oder Forschung und Entwicklung vorgesehen. Auch Logistik- und Handelsunternehmen können bei Erfüllung der Kriterien angesiedelt werden. „Ethisch bedenkliche Branchen“ wie Bordelle und Waffenproduzenten, aber auch Vergnügungs- und Spielhallen werden ausgeschlossen.

„Wir brauchen Geld“, so SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier. Wenn man schon ein Gewerbegebiet auf der Grünen Wiese ausweise, dann solle man zumindest versuchen, das Optimale rauszubekommen. Manche Dinge seien in der Vergangenheit nicht optimal gelaufen. „Diesmal sollen wir es besser machen.“

Zustimmung von Renate Will (FDP). „Ich kann das nur begrüßen.“ „Das ist ein Ergebnis, mit dem man gut leben kann“; so Stefan Huber (CSU) „Es war gute Zusammenarbeit. Jeder im Gremium hat sich bewegt.“ Die Diskussion sei kontrovers in der Sache gewesen. „Das darf aber kein Weihnachtsbaumwunschzettel werden.“ „Im Grundsatz war man sich ja einig“, erklärte Wolfgang Schermann (Freie Wähler). Jeder habe ein bisschen nachgegeben. Herausgekommen sei ein „akzeptierbarer Katalog“. Zurückhaltung hingegen bei den Grünen: Wenn man überhaupt an so etwas denke, dann „nur im Rahmen dieser Kriterien“, so Axel Weingärtner.

Geeinigt haben sich die Fraktionen darauf, dass nur Gewerbebetriebe angesiedelt werden, bei denen hohe Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten sind. Pro zehn Hektar ausgewiesener Netto-Gewerbefläche sollen durchschnittlich zwei Millionen Euro Gewerbesteuer erzielt werden. Dieser Betrag soll durchschnittlich für die gesamte Fläche gelten. Heißt: Es könne auch Unternehmen angesiedelt werden, die diesen Wert auf der von ihnen genutzten Fläche nicht erreichen, wenn sich weitere Unternehmen ansiedeln, die den Wert voraussichtlich übertreffen werden. Von hoher Bedeutung sollen auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze sein. Pro zehn Hektar sollen durchschnittlich 500 Arbeitsplätze entstehen. Auch hier gilt die Durchschnittsregelung wie bei der Gewerbesteuer. Mindestens 70 Prozent der Arbeitsplätze sollen mit qualifizierten Fachpersonal wie Facharbeiter und Ingenieuren besetzt sein. Unternehmen, die bereit sind, ihren Firmensitz nach Vaterstetten zu verlegen, sollen bevorzugt werden.

Für die umliegenden Orte soll eine zusätzliche Verkehrsbelastung vermieden werden. Im Vorhinein soll ein Verkehrsgutachten beauftragt und mögliche Lösungen zur Verkehrsentlastung entwickelt werden. Großer Wert soll auf eine gute ÖPNV-Anbindung gelegt werden. Eine Entwicklung ausgehend vom Gruber S-Bahnhof wäre deshalb laut den Fraktionen von Vorteil. Um den Flächenverbrauch gering zu halten, sollen statt Parkplätzen Tiefgaragen und Parkhäuser gebaut werden.

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