Kühe sterben qualvoll im Flammenmeer

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Zwölf Kühe sind beim Brand eines Stalles in Anzing verendet.

Anzing - Ein Großbrand hat in der Nacht zum Donnerstag einen Bauernhof in Lindach bei Anzing zerstört. Eine Person wurde verletzt, zwölf Kühe verendeten im Flammenmeer.

Sieben Stunden nach Ausbruch des Feuers stehen die Hofbesitzer tief durchnässt vor der Ruine des Stallgebäudes. Sie besprechen mit Mitarbeitern eines Abbruchunternehmens, wann und wie der Schutt weggeräumt wird. In der Ruine selbst qualmt immer wieder starker Rauch auf, der Geruch beißt in der Nase. Es war kurz nach 2 Uhr in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, als der 46-jährige Landwirte aus seinem Bett hochgeschreckt ist und den Brand im gegenüberliegenden Stall sieht. Etwa 90 Kühe stehen in den verschiedenen Stallungen auf dem Hof im Anzinger Ortsteil Lindach, der sich nahe der Autobahn A 94 befindet. Nachdem der Landwirt Feuerwehr und Polizei verständigt hat, versucht er zusammen mit seiner Familie und mit der Hilfe von Nachbarn, die Tiere in Sicherheit zu bringen. Als wenig später die ersten Rettungskräfte eintreffen, brennen Teile der Stallungen bereits lichterloh. Die Feuerwehr konzentriert sich zunächst darauf, Tiere zu retten und ein Übergreifen des Feuers auf den benachbarten Stall und das Wohnhaus zu verhindern.

Kühe sterben qualvoll im Flammenmeer

Im Verlauf des Brandes stürzen mehrere Gebäudeteile ein, ein Dieseltank, der im Stall steht, explodiert. Trotz der Wucht des Feuers gelingt es den insgesamt rund 200 eingesetzten Feuerwehrleuten, das etwa neun Meter gegenüberliegende Wohnhaus und Teile eines weiteren Stalles zu retten. Gegen 4 Uhr haben die Rettungskräfte das Feuer unter Kontrolle. Eine erste Bilanz zeigt: zwölf Kühe haben den Brand nicht überlebt. Sechs von ihnen starben direkt im Feuer, sechs weitere mussten später aufgrund ihrer erheblichen Verletzungen von Veterinären eingeschläfert werden. Des Weiteren hat ein Feuerwehrmann eine Rauchvergiftung erlitten, er wird in ein Krankenhaus gebracht.

Noch in der Nacht nimmt die Kripo Erding die Ermittlungen auf, um die Brandursache zu klären. Das Ergebnis steht noch aus. Die geretteten Kühe werden in Ställen von Nachbarn untergebracht, die betroffene Familie ist unverletzt.

Am Donnerstagvormittag verschickt das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord aus Ingolstadt einen Pressebericht an die Redaktionen. Darin ist von „mindestens 200 000 Euro Sachschaden“ die Rede. Gegen 9 Uhr sind einige Feuerwehrkräfte noch immer damit beschäftigt, die letzten Brandherde zu beseitigen und aufzuräumen. Mitten im starken Regen, der Teile der kleinen Straßen im Weiler Lindach unter Wasser setzt.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Anzing, Forstinning, Poing, Markt Schwaben, Parsdorf, Vaterstetten, Neufarn, Buch am Buchrain, Feldkirchen, Purfing und die Werksfeuerwehr Océ-Stahlgruber aus Poing.

Armin Rösl

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