Kokain im Bauch

Diese Beutel hatte der Kurier verschluckt

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Insgesamt 68 Behältnisse hatte der so genannte Bodypacker verschluckt.

Flughafen - 68 Behälter mit insgesamt 3,25 Kilo Kokain hatte ein 45-jähriger Kolumbianer im Magen, als er am Airport aufflog. Die Quittung vom Gericht: vier Jahre Haft.

68 Behälter mit insgesamt 3,25 Kilo Kokain hatte ein 45-jähriger Kolumbianer im Magen, als er am Airport aufflog. Die Quittung vom Gericht: vier Jahre Haft.

Der Kolumbianer war am 14. Februar dieses Jahres mit dem Flieger aus dem brasilianischen Sao Paulo am Flughafen gelandet und wollte noch am gleichen Tag nach Madrid weiterreisen. Als bei einer Routinekontrolle durch Zollbeamte ein Wischtest durchgeführt wurde, flog er als Drogenkurier auf.

Das anschließend im Erdinger Krankenhaus angefertigte Röntgenbild bestätigte, dass er als so genannter „Bodypacker“ unterwegs war. Was er dann nach und nach ausschied, war kaum zu glauben: 68 Behältnisse, die insgesamt 3,25 Kilogramm flüssigen Kokains enthielten. Getrocknet waren es dann immerhin noch 1,1 Kilogramm „Schnee“ mit einem Wirkstoffgehalt von 65 Prozent.

Vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Landshut erläuterte er, was er für ein hartes Leben hinter sich habe. Eine seiner zwei Töchter sei im Alter von 20 Jahren erschossen worden. „Sein Leben setzt man nur aufs Spiel, wenn man in größter finanzieller Not ist“, entschuldigte er sich und bekundete unter Tränen seine Reue: „Ich weiß, dass es ein Verbrechen ist, ich entschuldige mich dafür bei Gott, bei der deutschen Gesellschaft und beim Gericht.“

Nach seiner Rückkehr vom Exil in Spanien in die Heimat („Da gibt es Kokain auf der Straße wie Kartoffeln im Supermarkt, ich habe mit 15 Jahren erstmals geschnupft“) habe er in einem venezuelanischen Grenzort einen Job gesucht. Dort habe ihm dann ein Cousin den Kontakt zu einem Mann, der in Drogenkreisen als „der Zwerg“ bekannt war, vermittelt.

Zunächst habe er allerdings einen Eignungstest absolvieren, mit irgendeinem Pulver gefüllte Fingerlinge schlucken müssen. Da er dann Probleme mit Übelkeit und Magenschmerzen gehabt habe, habe er den Kurierflug nicht antreten wollen. „Da hat mir der ,Zwerg’ zunächst damit gedroht, dass mein Cousin Probleme bekommt und später damit, dass er meinem Sohn was antut. Das wollte ich nicht riskieren.“ Er sei dann, wie ihm vorgegeben wurde, nach Sao Paulo gefahren und habe dort in einem Hotel die Fingerlinge geschluckt. Bis zum Abflug habe er mehrfach einige davon wieder ausgeschieden, anschließend gereinigt und dann erneut geschluckt.

Gegen die Übelkeit und die Schmerzen habe er sich mit Medikamenten beholfen. Hätte er das Kokain zum Abnehmer nach Madrid gebracht, seien zu den bereits erhaltenen 1000 Euro Spesen weitere 4000 Euro versprochen worden: „Für kolumbianische Verhältnisse ein Vermögen.“

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