Verkehrserziehung nach der Mathe-Nachhilfe

Kuriose Begründung: Geretsriederin (20) wegen Unfallflucht vor Gericht

Weil sie beim Ausparken mit dem Heck ihres Opels gegen einen BMW gestoßen und einfach davongefahren war, musste sich eine Geretsriederin wegen Unfallflucht vor dem Jugendrichter verantworten.

Geretsried/Wolfratshausen Die 20-Jährige gab zu, zur fraglichen Zeit Mitte März dieses Jahres wegen der Mathe-Nachhilfe fürs Abitur am Ort des Geschehens ins Wolfratshausen gewesen zu sein. Einen Zusammenstoß mit dem anderen Fahrzeug habe sie jedoch nicht bemerkt. „Sonst wäre ich dort geblieben“, beteuerte die Auszubildende, die angab, im Auto Musik gehört zu haben. „Metal – bei der Musikrichtung hört man es meistens doch sehr laut.“

Diese Begründung nahm ihr das Gericht nicht ab. Ein benachbarter Zeuge berichtete, beim Rauchen unter seinem Carport durch ein „lautes Geräusch“ auf den rund 40 Meter entfernten Vorgang aufmerksam geworden zu sein. „Ein Auto touchierte ein anderes, blieb kurz stehen und entfernte ich dann zügig“, schilderte der 51-Jährige seine Beobachtungen. Musik habe er aus dem vorbeifahrenden Fahrzeug nicht gehört. Dafür notierte er sich das Kennzeichen des Opels und hinterließ seine Adresse an dem „stark eingedellten Pkw“.

Fahrerin „muss Anstoß wahrgenommen haben“

Ein Gutachter für Verkehrsunfälle erläuterte, dass am beschädigten Fahrzeug äußerlich zwar nur eine Delle am Kunststoff-Stoßfänger sichtbar gewesen sei, der Blick in den Kofferraum aber „eine massive Aufstauchung des seitlichen Kofferraumbogens“ offenbart habe. „Dafür braucht es schon einen ordentlichen Anstoß“, so der Sachverständige. „Den muss die Fahrerin wahrgenommen haben.“

„Es tut mir wahnsinnig leid“, schluchzte die Angeklagte, die sich beim Geschädigten entschuldigt und den Schaden beglichen hatte, nachdem sie durch die Polizei davon erfahren hatte. Jugendrichter Urs Wäckerlin verurteilte die Auszubildende zu 24 Stunden sozialer Dienste und verhängte als erzieherische Maßnahme ein dreimonatiges Fahrverbot. Weil der Schaden vom Gutachter mit 2300 Euro berechnet worden war, kam die junge Frau gerade noch um einen Führerscheinentzug, der ab 2500 Euro Schaden unumgänglich gewesen wäre, herum. Zudem muss die Verurteilte die Kosten des Verfahrens tragen.  

Rubriklistenbild: © dpa

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