Beamten haben‘s nicht leicht

Kurioser Einsatz bei serbischem Trucker - Am Ende langt‘s der Polizei

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Symbolbild

Als Polizist hat man es auch nicht leicht. Besonders, wenn man Kundschaft wie den serbischen Trucker von der Inninger Aral-Tankstelle hat.

Inning – Den Diensttag am Dienstag werden die Beamten der Polizeiinspektion Herrsching wohl auch so schnell nicht vergessen. Um 15 Uhr ging es los: Die Polizisten wurden zur Aral-Tankstelle nach Inning gerufen, weil dort ein serbischer Unternehmer Probleme mit einem seiner Angestellten hatte. Vor Ort standen die Herrschinger Beamten vor einer massiven Sprachbarriere, konnten dann aber doch in Erfahrung bringen, dass der Lkw-Fahrer seit mehreren Tagen überfällig war und nichts ausgeliefert hatte. Stattdessen hatte der Mann offenbar intensiv seinen Durst gelöscht. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von immerhin rund drei Promille.

Allerdings waren dem Trucker keine direkten Alkoholfahrten nachzuweisen. Schließlich stand er, wie das GPS seinem Chef verraten hatte, bereits seit zwei Tagen an der Tankstelle herum, ohne seinen Aufgaben nachzugehen. Rätselhaft war allerdings ein Frontschaden an dem Lkw. Allerdings ließ sich laut Polizei nicht herausfinden, wo sich der dazugehörige Unfall ereignet hatte.

Die Polizisten fuhren also wieder weg. Kaum waren sie vom Hof, feuerte der serbische Chef seinen betrunkenen Fahrer. Und verlieh der Kündigung mit einem kräftigen Schlag in dessen Gesicht einiges an Nachdruck, bevor er sich in den Lastwagen setzte und wegfuhr.

Kündigung samt Nasenbruch

Als die inzwischen wieder alarmierte Polizei wieder an der Tankstelle ankam, waren Chef und Laster weg. Der 38-jährige Fahrer hatte indes ein gebrochenes Nasenbein und wurde im Rettungswagen ins Klinikum Seefeld gebracht. Dort wurde er behandelt. Und weigerte sich anschließend, die Klinik wieder zu verlassen. „Erst nach längerem Zureden zog er von dannen“, schrieben die Beamten der Polizeiinspektion Herrsching am Mittwoch in ihrem Bericht an den Starnberger Merkur.

Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Polizisten auf den Serben stießen. Denn am Abend wurden sie zur Aral-Tankstelle nach Inning gerufen. Der Mann hatte sich im Taxi zurück zur Tanke fahren lassen, weil dort seine Habseligkeiten lagen. Geld für den Taxifahrer hatte er allerdings nicht. Außerdem weigerte er sich trotz mehrfacher Aufforderung, die Tankstelle wieder zu verlassen.

Schlussendlich langte es der Polizei

Dann reichte es offenbar auch den geduldigen Herrschinger Polizisten: „Der Serbe wurde daraufhin in Gewahrsam genommen und aufgrund seiner Alkoholisierung erneut in ein Krankenhaus eingeliefert.“ Insgesamt habe der Mann die Polizei an diesem Dienstag mehrere Stunden lang beschäftigt, berichteten sie weiter. Die Quittung dafür sind Strafverfahren wegen Betruges und Hausfriedensbruchs, die gegen ihn eingeleitet wurden. Erst nachdem er einen so genannten Zustellungsbevollmächtigten – in der Regel sind das Anwälte oder Notare – benennen konnte, wurde er polizeilich entlassen und konnte die Nacht im Krankenhaus verbringen. Der Mann wiederum erstattete zuvor noch Anzeige wegen Körperverletzung gegen seinen ehemaligen Chef, der mittlerweile allerdings zurück in Serbien sein dürfte.

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