Sein Auto ist ein Totalschaden

Kutschen-Drama: Das sagt der Opel-Besitzer

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Am Samstag ereignete sich in Aschheim das Kutschen-Drama: Hier begutachtet der Autobesitzer mit einer Bekannten den Schaden. Rechts: Kaufmann Thomas Roloff (56) aus Regensburg neben seinem Opel, der jetzt nur noch Schrott ist.

Aschheim - Bei einem Kutschen-Unfall in Aschheim sprang ein Pferd in das Auto von Thomas Roloff. Nachdem der Opel-Besitzer den ersten Schock verdaut hat, spricht er mit der tz darüber, wie er das Drama erlebte.

Plötzlich springt das Pferd in sein Auto und kracht durch die Windschutzscheibe: Diese Szene wird Thomas Roloff nie vergessen. „Davon kann ich noch meinen Enkeln erzählen“, sagt der 56-Jährige. Wie die tz am Montag berichtete, kam es am Samstag in Aschheim zu einem Kutschen-Drama: Zwei Pferde einer Hochzeitskutsche gingen durch – zum Glück wurde niemand schwer verletzt. Jetzt spricht der Besitzer des Opels!

Wallach Theo (6) sprang vor lauter Panik in den geparkten Opel und blieb mit seinem Hinterbein in der Windschutzscheibe stecken. Kutscher Michael Oberfranz kümmerte sich sofort um das verletzte Tier.

„Das war so surreal. Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagt Roloff. Der Kaufmann aus Regensburg ist gerade auf Reha in Prien am Chiemsee, besucht am Wochenende Bekannte in Aschheim. Gegen 10.30 Uhr sitzen sie am Samstag in der Uttastraße beim Frühstück, als vor dem Fenster der geschmückte Zweispänner auftaucht: Kutscher Michael Oberfranz (siehe rechts) und seine Bekannte wollen damit ein befreundetes Brautpaar abholen und die Hochzeitsfotos machen. „Auf einmal habe ich wildes Getrappel und Galoppieren gehört“, erzählt Roloff. Die Pferde scheuen, gehen in voller Panik durch und rasen Richtung Ortsmitte!

In vollem Galopp preschen sie davon: In einer Linkskurve kippt die Kutsche um, die Pferde rennen aber panisch weiter. An der Straße steht Roloffs Opel im Weg. Einer der Wallache springt auf den Wagen, kracht mit dem Hinterbein durch die Scheibe, der andere Wallach reißt Auto und das darinsteckende Pferd noch 20 Meter weiter mit – erst dann bleibt das Gespann stehen.

„Mein Auto war offenbar so etwas wie ein Wellenbrecher“, sagt Thomas Roloff. Zum Glück ging das Ganze glimpflich aus: Der Kutscher wird leicht verletzt, die Pferde erleiden Schnittwunden (siehe rechts). Roloff: „Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können.“

Sein sechs Jahre alter Opel ist allerdings ein Totalschaden. Für Roloff beginnt jetzt der Ärger: „Wäre es ein reiner Kfz-Schaden, wäre das Prozedere einfacher. Aber weil die Pferdehaftpflicht übernimmt, muss ich erst mal in Vorleistung treten, was zum Beispiel Gutachter und Abschleppdienst angeht.“ Vorwürfe macht er trotzdem keinem: „Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ich hoffe nur, dass es für das Brautpaar kein schlechtes Omen ist …“

Kutschfahrt war ein Hochzeitsgeschenk

Mit der Kutsche wollte Michael Oberfranz (30) mit einer Bekannten ein befreundetes Brautpaar abholen. „Es sollte unser Hochzeitsgeschenk für das Brautpaar sein“, sagt der Kutscher. Auch ihm steckt der Schock noch in den Gliedern: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Aber wer mit Tieren zu tun hat, weiß: So etwas kann einfach passieren.“ Seine süddeutschen Kaltblüter Flori (8) und Theo (6) ziehen den Zweispänner am Samstag, als sie auf ein Mal erschrecken. „In etwa 100 Metern Entfernung sprang plötzlich ein starker Wasserstrahl an – da haben sie Angst bekommen“, sagt Oberfranz. Die Pferde gehen durch, Oberfranz wird von der Kutsche geschleudert, Wallach Theo (6) springt aus Panik in den Opel und bleibt darin stecken. Oberfranz eilt nach dem Unfall sofort zu seinen Tieren, kommt dann selbst leicht verletzt ins Klinikum Bogenhausen. „Ich wurde am Kopf genäht und habe Abschürfungen erlitten.“ Theo wird noch in der Pferdeklinik in Aschheim behandelt, sein Kumpel Flori steht schon wieder im Stall. „Flori ist sehr ruhig. Er grübelt noch darüber, was passiert ist“, sagt Oberfranz. Morgen kann der Kutscher Theo aus der Klinik abholen. Die Hochzeit fiel für ihn und seine Bekannte nach dem Unfall natürlich flach. Die Brautleute erholen sich gerade in ihren Flitterwochen.

Christina Meyer

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