So reagieren Medien im Ausland

KZ-Tür gestohlen: Die Welt ist empört

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Aus diesem schmiedeeisernen Tor der KZ-Gedenkstätte in Dachau wurde die Tür mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" geklaut.

Dachau - Diebe haben die Gittertür von der KZ-Gedenkstätte in Dachau geklaut. Nun fragt sich die ganze Welt: Wer macht sowas? Die tz hat einige Reaktionen aus aller Welt zusammengetragen.

Wer tut so etwas? Wer schleicht sich mitten in der Nacht in die KZ-Gedenkstätte Dachau und stiehlt dort die Gittertür am Eingang? Die Polizeiermittlungen laufen seit der Tat am Sonntag auf Hochtouren. Es gibt auch schon erste Hinweise aus der Bevölkerung, eine konkrete Spur liegt aber noch nicht vor, so die Beamten am Montag. Weltweit berichteten Medien empört über den Diebstahl. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einem „Versuch, diese Gedenkstätte ins Mark zu treffen“. Weiter sagte er: „Die Schwere des Anschlags ist einmalig.“

Der Minister wollte sich am Montag selbst einen Eindruck machen und stattete der Gedenkstätte einen Besuch ab. Bei ihm rufe es tiefes Entsetzen hervor, dass die Täter ausgerechnet das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ gewaltsam an sich gebracht hätten. Mit diesem pervertierenden Satz sei die Erniedrigung des Menschen durch die NS-Diktatur verharmlost worden.

Am Tatort waren schon am Sonntagmorgen alle Spuren akribisch gesichert worden. Auch der Staatsschutz ermittelt. Die Beamten prüfen unter anderem einen möglichen Neonazi-Hintergrund, es werde aber in alle Richtungen ermittelt.

Nach dem Diebstahl der Eingangstür soll für die Zukunft eine Videoüberwachung zumindest an einzelnen Stellen geprüft werden. Das sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, am Montag in München. Von Videoüberwachungsmaßnahmen sei bisher „auch in Übereinstimmung mit Überlebenden“ bewusst abgesehen worden, betonte er. „Aber wir werden uns dringend zusammensetzen müssen und dieses Sicherheitskonzept weiterentwickeln müssen, weil wir merken, dass offenkundig vor nichts mehr Halt gemacht wird.“

Diese Tat macht Angst

Für den Telegraph aus England war die Tat in Dachau ein weiterer Höhepunkt in einer Reihe von Neonazi-Diebstählen. Diese Entwicklung sei beängstigend, schreibt das Blatt.

Wo sind Zeugen?

Unsere Nachbarn in der Schweiz nannten den Diebstahl am Montag „schamlos und schrecklich“. Die Luzerner Zeitung betont, dass ­niemand die Täter bei der Tat beobachtet hatte, niemand auf die Diebe aufmerksam wurde. Als „merkwürdig“ bezeichnen dies Leser auf der Internetseite der Schweizer Zeitung.

Kameras installieren

Auch die Times of Israel berichtete am Montag groß über den Diebstahl in ­Dachau. Für die Zeitungsmacher führt kein Weg daran vorbei, nun Überwachungskameras zu installieren.

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