Gemeinde greift ein

Gilching: Lärm, Müll, Sex am Rathausplatz

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Der Vorplatz des neuen Gilchinger Rathauses wird immer mehr von Jugendlichen in Beschlag genommen.

Anwohner beklagen Randale rund um das neue Gilchinger Rathaus. Als erste Gegenmaßnahme wird das freie WLAN ab 22 Uhr abgeschaltet.

Gilching – Da viele Jugendliche heute zumeist intensiv das Internet nutzen, haben sie in Gilching als neuen Treffpunkt den Rathausplatz auserkoren. Grund ist der kostenlose WLAN-Zugang. Nun hofft die Gemeinde durch Abschalten in den Abendstunden dem bunten und auch lauten Treiben ein Ende zu setzen.

In der Ratssitzung am Dienstag beklagten Anwohner der Pollinger Straße, deren Wohnungen und Terrassen direkt an die Grünfläche des Rathausplatzes grenzen, ein zügelloses Treiben der Jugendlichen bis in die Morgenstunden. „Wir haben die inakzeptablen Zustände rund ums Rathaus wiederholt gemeldet. Wir haben aber nicht den Eindruck, dass unserem Anliegen mit Nachdruck nachgegangen wird“, monierte Gerhard Triebenbacher im Namen der Anwohner.

Asylbewerber der Unterkunft an der Landsberger Straße nutzen den freien WLAN-Zugang offenbar für Gespräche in die Heimat. Anwohner vermuten, wegen der Zeitverschiebung würden diese Telefonate häufig zwischen Mitternacht und etwa 2.30 Uhr stattfinden. Und oft lautstark, so die Anwohner weiter. Mehr noch aber fühlen sich die Nachbarn seit Anfang Juli durch die Jugendlichen gestört, die den Rathausplatz als Treffpunkt nutzen, und zwar „tagsüber bis spät in die Nacht hinein“. „Sie nutzen den freien WLAN-Zugang, streamen übers Internet Musik und spielen diese über leistungsstarke externe Lautsprecher ab“, klagen die Anwohner. Nach ihren Beobachtungen würde außerdem nicht nur Alkohol konsumiert und Unrat hinterlassen; vermehrt sei es auch schon zu sexuellen Handlungen gekommen.

Die Beschlagnahme des Areals durch die meist schulpflichtigen Jugendlichen habe dazu geführt, dass unter anderem Mütter mit kleinen Kindern oder auch Senioren schlichtweg wegblieben. Triebenbacher regte an, den WLAN-Zugang zeitlich zu beschränken und die Anwohner bei der Problemlösung mit ins Boot zu holen.

„Wir haben bereits Kontakt mit unseren Sozialpädagogen und dem Jugendbeauftragten der Germeringer Polizeiinspektion aufgenommen und gebeten, ein Auge auf den Treffpunkt zu richten“, betonte Bürgermeister Manfred Walter. Geschäftsstellenleiter Stefan Amon sagte gestern auf Anfrage: „Eine erste Maßnahme ist bereits ergriffen. Der freie Internetzugang wird ab sofort ab 22 Uhr abgeschaltet.“

Uli Singer

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