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Behörden warnen: Lagerfeuer an beliebtem Insta-Hotspot kann bis zu 50.000 Euro kosten - Müllberge entdeckt

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Die Reste eines Lagerfeuers vom vergangenen Wochenende – mitten im Naturschutzgebiet auf der Schnalz.
Die Reste eines Lagerfeuers vom vergangenen Wochenende – mitten im Naturschutzgebiet auf der Schnalz. © Hofauer/privat

Erst vor drei Jahren verursachten Wildcamper mit einem Lagerfeuer einen riesigen Waldbrand auf den Schnalzhöhen bei Böbing. Jetzt wurden schon wieder Müllberge und Reste eines Lagerfeuers entdeckt.

Böbing – Gerhard Hofauer, Naturschutzwächter in Böbing, ist fassungslos. Fast auf den Tag genau drei Jahre ist es her, da standen Teile des Naturschutzgebietes auf den Schnalzhöhen in Flammen. Doch offensichtlich haben die Leute nichts gelernt. Damals hatte ein nicht vollständig abgelöschtes Lagerfeuer einen tagelangen Großeinsatz der Feuerwehren ausgelöst. Und auf seinem Kontrollgang über die Schnalzhöhen stieß Hofauer jetzt schon wieder auf eine frische Feuerstelle – fast an der gleichen Stelle wie damals.

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Dass die Unbekannten ihren Unrat mitten in der Natur liegen ließen, ärgert Hofauer immens. Aber dass sie, obwohl überall Schilder stehen, dass offenes Feuer im Wald und im Naturschutzgebiet verboten sind, dennoch wieder Feuer machen, das macht ihn sprachlos vor Ärger.

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Gourmets waren die Wildcamper offensichtlich nicht. Selbst ihren Müll ließen sie einfach liegen.
Gourmets waren die Wildcamper offensichtlich nicht. Selbst ihren Müll ließen sie einfach liegen. © Hofauer/privat

Denn die Wildcamper riskieren mit dem Lagerfeuer nicht nur ihr Leben, sondern auch das der Feuerwehrleute, die im Zweifelsfall wieder ausrücken müssen – von den bleibenden Schäden an der Natur mal ganz zu schweigen. „Insbesondere mit Blick auf die Trockenheit und die Hitzewelle, die vorhergesagt wird, weise ich noch einmal eindringlich darauf hin, dass Feuermachen und Zelten im Naturschutzgebiet verboten ist. Das gilt übrigens nicht nur für die Schnalz, sondern das gesamte Ammertal“, so Hofauer weiter.

Geldbußen von bis zu 50.000 Euro drohen

Ein Verstoß gegen diese Verbote ist übrigens kein Kavaliersdelikt. Wird man erwischt – und Hofauer und seine Kollegen sind regelmäßig unterwegs auf der Schnalz –, dann drohen empfindliche Geldbußen. Wie die Naturschutzbehörde des Landratsamtes mitteilt, kann bei besonders schweren Vergehen eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro verhängt werden, wenn man beim Wildcampen .nd Feuermachen im Naturschutzgebiet erwischt wird. Die tatsächlichen Bußgelder sind allerdings meist nicht ganz so hoch.

„Viel zu gering“, seien die Strafen, meint Böbings Bürgermeister Peter Erhard. Er ist auch Chef der Freiwilligen Feuerwehr im Ort. Und kündigt vorsorglich an: „Kommt es zum Brand und wir erwischen den oder die Verantwortlichen, dann werden wir ihnen den Einsatz in Rechnung stellen.“ Und da kommt schnell eine gewaltige Summe zusammen. Beim Einsatz 2019 waren im unwegsamen Gelände zahllose Feuerwehrleute – darunter sogar Experten aus Garmisch – unterwegs, die Bergwacht, das BRK, Löschhubschrauber kreisten über der Brandstelle.

Werden die Übeltäter erwischt, kommt die Rechnung von der Feuerwehr

Mindestens 30.000 Euro habe der Einsatz damals gekostet, berichtet Erhard. Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man mit dem Gedanken spielt, es sei schon nicht so schlimm und werde schon alles gut gehen. Die Verursacher des Brandes vor drei Jahren konnten zwar nicht ermittelt werden, aber „die Polizei ist da sehr hinterher, wenn sowas passiert“, so der Bürgermeister.

Er ist sich nicht sicher, ob es wirklich nur Einheimische sind, die da oben wildcampen und Feuer machen: „Die Schnalzhöhen sind ein echter Hotspot in den sozialen Medien“, meint er. Das verselbständige sich zusehends „und das ist ein großes Problem“.

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