Kletterpartie in Lohhof

Land unter in S-Bahnhof: Pendler in irrer Situation

Diese Bilder schickte uns unser Leser „Calvin“.

Knöcheltief sind die Pendler in der Unterführung am Lohhofer S-Bahnhof im Wasser gestanden. Für Fahrgäste, die trockenen Fußes zum Zug kommen wollten, wurde der Weg zum Bahnsteig zur Kletterpartie.

Unterschleißheim – Wohl dem, der am Mittwochmorgen Gummistiefel anhatte auf dem Weg zum S-Bahnhof Lohhof. Die Fußgängerunterführung am nördlichen Ende der Station stand nach den starken Regenfällen der Vornacht nämlich knöcheltief unter Wasser. Schuld daran war ein verstopfter Abfluss. Für die Fahrgäste ein nasses Ärgernis. Ihnen blieb nämlich nichts anderes übrig, als durchs Wasser zu waten oder aber am Metallgeländer in der Mitte des Fußweges entlang über die Überschwemmung hinweg zu kraxeln.

Auf Facebook machten die Fahrgäste ihrem Ärger Luft. In der Gruppe „Unterschleißheim“ schrieb ein User: „Unzumutbar, vor allem für Ältere und Menschen mit Kinderwagen. Hier muss unbedingt was gemacht werden.“ Gesagt, getan: Der städtische Bauhof nahm sich der Sache an und pumpte das Wasser ab. Gegen 9 Uhr gelangten die Fahrgäste wieder trockenen Fußes zu ihren S-Bahnen – auch ohne Gummistiefel.

Am S-Bahnhof Lohhof wurde der Weg zum Bahnsteig zur Kletterpartie. Schuld daran: ein verstopfter Abfluss.

Dass das Wasser in der Unterführung nicht immer abfließt und diese bei Starkregen teilweise sogar überschwemmt, ist ein altbekanntes Phänomen. „Das Problem haben wir da öfter“, sagt Markus Brandstetter, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. In der Regel sei es die Pumpe zur Entwässerung, die hier Probleme bereitet. Diesmal eben ein verstopfter Gulli. Das Ergebnis für die Fahrgäste ist das selbe: Hochwasser auf dem Weg zum Zug.

Feuerwehr und Bauhof greifen dann oftmals ein, obwohl es eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Denn die Unterführung liegt auf dem Gelände der Deutschen Bahn (DB). „Das ist Bahn-Eigentum und somit eigentlich auch ein Bahn-Problem“, sagt Brandstetter. Allerdings kümmere sich die DB recht unzuverlässig um die Unterführung. Bei Hochwasser sei es zudem einfacher, die Angelegenheit auf dem kurzen Dienstweg, sprich in Absprache mit Stadt und Bauhof, vor Ort zu regeln.

Mit den Überschwemmungen soll aber spätestens ab kommendem Jahr Schluss sein. Dann wird der Lohhofer Bahnhof barrierefrei ausgebaut, modernisiert und auch die Entwässerung in der Unterführung auf den neusten Stand gebracht. „Nach dem Umbau wird alles besser“, prophezeit Stefan Krimmer, der Zweite Bürgermeister. Bis dahin schreiten weiterhin Feuerwehr oder Bauhof ein, erklärt Krimmer, „aber nur, wenn Gefahr im Verzug ist“.

Der erneute Wintereinbruch und der Starkregen haben am Mittwoch in Teilen Bayerns zu Chaos geführt. Hier lesen Sie, was im Freistaat los war.

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