Studentin schuldig gesprochen

Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil

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Die wegen Mordes angeklagte Gabriele P.

Eine Studentin tötet ihren Freund beim Sex mit einer Handkreissäge. Jetzt ist der spektakuläre Prozess am Landgericht München zu Ende gegangen - mit einem überraschenden Ergebnis.

München - Es war ein Szenario wie in einem Horrorfilm: Mit einer Kreissäge tötet eine Frau ihren Geliebten beim Sex. Am Freitag verurteilte das Landgericht München I die 32-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten - wegen Totschlags.

Es sei nicht bewiesen, dass die Angeklagte bei der Tat Ende 2008 aus Heimtücke gehandelt habe, argumentierte das Gericht. Mit dem Urteil folgte es dem Plädoyer der Verteidigung, die

im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft

keine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes gefordert hatte.

„Die Tötung ist skurril und bizarr und erfüllt die Voraussetzungen eines Horrorszenarios“, sagte der Richter. „Wer einem anderen eine laufende Handkreissäge zweimal gegen den Hals drückt, handelt mit absolutem Vernichtungswillen.“ Das Opfer lag laut Urteil in Erwartung eines Sexspiels auf dem Bett, hatte sich fesseln lassen und sich eine abgeklebte Taucherbrille aufgesetzt.

Das Warum bleibt unklar

Wann die Angeklagte den Vorsatz fasste, den Mann zu töten, ist nach Überzeugung des Gerichts unklar. Es sei in der Verhandlung nicht belegt worden, dass die Tötungsabsicht schon vor der Fesselung bestand. Spätestens als sie den Mann arg- und wehrlos vor sich liegen sah, habe sie aber den Entschluss gefasst.

Die Angeklagte hatte bei der Festnahme die Tat gestanden. „Die Frage nach dem „Warum“ steht aber nach wie vor offen im Raum“, sagte der Richter. Ein griffiges Tatmotiv konnte das Gericht nicht feststellen.

Wie merkur.de berichtete, hatte die 32-Jährige sich erst kurz vor Verkündung des Urteils zu Wort gemeldet und unter Tränen ihre Tat bereut, die sie nach eigener Aussage selber nicht verstand. Eine Psychose der Studentin hatte ein Gutachter nicht bestätigen können. Für Aufsehen hatten Tagebuchaufzeichnungen der Studentin mit grausamen und bizarren Details zur Tat gesorgt.

Die Verurteilte kündigte nach dem Urteilsspruch an, sie wolle eine Revision prüfen.

dpa

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