Nicht zum ersten Mal gibt es Probleme

Nach anonymem Hinweis: Vereinskiosk plötzlich dicht - Fans sauer

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Damit die Zuschauer nicht auf dem Trockenen sitzen , hat der Verein Wasser und Apfelschorle spendiert.

Jahrelang hat der FC Eichenau seinen Fans am Spielfeldrand Snacks und Getränke serviert. Damit ist jetzt Schluss: Jemand hat dem Landratsamt gesteckt, dass es sich um Schwarzausschank handelt. 

Eichenau– Es ist bestes Fußballwetter, Temperaturen um die 20 Grad, als der FC Eichenau (FCE) den TSV West und TSV Gilching II zu zwei Topspielen der Kreisklasse empfängt. Den gröbsten Durst löschen Wasser und Apfelschorle, vom Verein spendiert. Dazu gibt’s gegen eine freiwillige Spende ein paar belegte Semmeln. Mehr wird nicht mehr angeboten, weder Bier noch Brotzeit. Der Kiosk, der eigentlich zum Kartenverkauf gedacht ist, aber vom Verein seit Jahren auch als Imbissstand genutzt wird, ist zu.

Jemand hat dem Landratsamt in Fürstenfeldbruck einen Hinweis darauf gegeben, dass der Verein hier einen sogenannten Schwarzausschank betreibt. Wer genau dahinter steckt, dazu gibt es keine näheren Angaben. Die Behörde hat die Sachlage vor etwa einem Monat überprüft und den Kiosk daraufhin geschlossen. Ob den Verein nun ein Bußgeldverfahren erwartet oder er möglicherweise den Kiosk nach entsprechenden Genehmigungsverfahren wieder betreiben kann, werden die kommenden Wochen zeigen. So lautet die Ansage eines Sprechers des Landratsamtes.

Fest steht: Der FCE hatte keine gaststättenrechtliche Erlaubnis, um den Ausschank und die Essensausgabe zu betreiben. Vollkommen unproblematisch wäre es gewesen, hätte der Vereinswirt den Betrieb des Kiosks übernommen, wie Ronny Grundmann vom Gewerbeamt gegenüber dem Tagblatt erläuterte. „Das hätte im Prinzip nur in den Vertrag der Gaststättenerlaubnis mit aufgenommen und ergänzt werden müssen.“

Einen Vereinswirt gibt es derzeit nicht mehr, wie FCE-Vize-Vorsitzender Gerold Janik berichtet. Bereits Ende Januar wurde die Kündigung ausgesprochen. Man hätte zu unterschiedliche Vorstellungen gehabt, so Jannik. Der Verein hofft, dass sich bis zum 1. Juli ein neuer Wirt findet. Zu den Plänen für den Kiosk, ob er wieder öffnen soll und wenn ja, wie, will Jannik sich nicht näher äußern.

Nicht zum ersten Mal gibt es Probleme

Nicht zum ersten Mal gibt es rund um das im Oktober 2008 eröffnete Vereinsheim Probleme. So hatte im Frühjahr 2012 der damalige Pächter Ingo Lander wegen hoher Nebenkosten gekündigt, nachdem er beim FCE neun Jahre Vereinswirt war. Einer der Gründe für die hohen Kosten war damals die Kühlung, die ständig auf Hochbetrieb lief. „Ich habe immer wieder darauf aufmerksam gemacht, auch in der Gemeinde“, hatte Vereinswirt Lander damals erklärt. Man habe überall davon gewusst, nur reagiert habe keiner. Erschwerend kam hinzu, dass der FCE sich den laut Lander teuersten Stromanbieter ausgesucht habe. 2016 trafen sich Lander und FCE sogar vor dem Landgericht München.

Von Hans Kürzl und Kathrin Garbe


Nach drei Flops in einem Jahr: Hier wird ein neuer Wirt gesucht

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