Ihre Liebe endete im Tod

Larissas Mörder vor Gericht - Er sah in ihr eine Hexe

+
Larissa und Adrian umarmen sich. Das Foto stammt aus dem Sommer 2014.

München - Im März dieses Jahres stach Adrian P. seine Freundin Larissa nieder, tötete die 16-Jährige. Jetzt steht Adrian wegen Mordes vor Gericht und spricht von Wahnvorstellungen.

Zärtlich legt sie die Hand auf seine Schulter, er hält sie sanft im Arm. So küssen sich Larissa (16) und ihr Freund Adrian (23) auf einem Foto vom 19. Juli 2014. Zwei junge Menschen, die ihre Liebe zeigen wollen. Aber sie endete im Tod: Acht Monate später hat Adrian S. seine Larissa erstochen. Heimtückisch, von hinten, mit einem Klappmesser. Danach lief er aus ihrer Wohnung in der Fichtenstraße in Unterföhring. Und ließ seine Freundin einfach verbluten.

Seit Donnerstag steht Adrian S. wegen Mordes vor Gericht. Mit fester Stimme sagt er: „Ich möchte mich aufrichtig bei Larissas Familie entschuldigen. Ich bereue meine Tat zutiefst und würde sie gerne ungeschehen machen.“

Adrian P. legte vor Gericht ein Geständnis ab.

Streit um eine Trennung, wie es die Anklage behauptet, habe es nie gegeben. Stattdessen sollen Drogen die Ursache für den Mord gewesen sein. Noch am Abend war Adrian mit Larissa beim Bowling. Zum Schlafen fuhren beide später zu ihr in die Fichtenstraße. „Ich rauchte noch einen Joint“, sagt Adrian S.. „Danach war es, als ob die Wohnung verflucht sei. Plötzlich sah ich vermummte Männer, die mich umbringen wollen.“

Es ist ein wirres Geständnis, das er am Landgericht ablegt. „Ich hatte geglaubt, dass Larissa meine Gedanken lesen kann.“ Als sie ins Bett geht und gegen 1.30 Uhr das Licht ausmachen will, kriegt er plötzlich Panik. Deshalb sei er aus der Wohnung gerannt. Und sie weinend hinterher, nur mit Bademantel bekleidet. Ein Nachbar hilft zu schlichten, die Situation beruhigt sich kurz. Sekunden später sinkt Larissa zu Boden: Ihr Liebster hatte ihr sein Messer in den Hals gerammt – und die Halsschlagader durchtrennt. Später stirbt sie in der Klinik.

„Ich hatte in Larissa eine Hexe gesehen“, sagt S. „Es war für mich, als hätte der Teufel hinter mir gestanden und meine Hand geführt.“ Seltsam entspannt berichtet er über seine Bluttat – als ginge es um einen Urlaub. Richter Norbert Riedmann: „Das klang wie auswendig gelernt. Bei der Polizei hatten Sie das ganz anders erzählt.“

Will der Mörder alles auf einen Wahnzustand schieben? Tatsächlich musste er 2012 bereits wegen einer Psychose in die Klinik. Vor Gericht gilt er aber als schuldfähig. Wird er verurteilt, muss er lebenslang in den Knast. Ob Larissas Eltern dadurch Trost fänden? Sie sollen heute aussagen.

Andreas Thieme 

Bilder: Messer-Attacke in Unterföhring nach Beziehungsstreit

Bilder: Messer-Attacke in Unterföhring nach Beziehungsstreit

Unendliche Trauer um Larissa

Sie wurde nur 16 Jahre alt – aber bleibt unvergessen. Mit unendlicher Trauer gedachten ihre Familie und Freunde der ermordeten Larissa P. – und legten Kerzen, Blumen und Briefe vor ihrer Wohnung ab, um sich von der jungen Frau zu verabschieden. Ihren Schmerz ließ Mutter Manuela W. (Name geändert) im Internet raus: „Wir möchten deine Stimme hören, dich lachen sehen und in die Arme nehmen. Du wurdest uns einfach genommen, sinnlos und brutal.“

Musik, Schuhe und ihre Mädels – das war Larissas Welt. Keck lächelt sie von den Fotos, die bleiben. Eine hübsche, junge Frau, die das Leben noch vor sich hatte. Sie brach eine Lehre zur Hotelfachfrau ab, versuchte es im Supermarkt. Ihre Eltern lebten getrennt und sie bei ihrem Vater in Unterföhring, der zur Tatzeit nicht zu Hause war. Dort schlitzte ihr Adrian P. nachts den Hals auf. Er war ihre erste große Liebe, beide kannten sich seit zwei Jahren. Durch ihn hatte sich Larissa verändert – zum Negativen, erinnern sich Freunde. Ihr Mörder glaubt das nicht: „Wir wollten heiraten“, sagte Adrian P. am Donnerstag vor Gericht. Aber diese Liebe endete im Tod.

Andreas Thieme

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil

Kommentare