Australier schmuggelt 36 Schlangen im Handgepäck

+
Diese Schlangen hat der Australier geschmuggelt

Flughafen - Ein Australier reiste in unangemeldeter und illegaler Begleitung: Er wollte 36 lebendige Babyschlangen im Handgepäck nach Deutschland einführen. Am Flughafen München wurde er erwischt.

An manchen Tagen könnte der Tierarzt Dr. Markus Bauer wirklich wütend werden über die unverhohlene Brutalität der illegalen Tierhändler. Am Freitag war mal wieder so ein Tag. Markus Bauer nämlich ist der Leiter der Auffangstation für Reptilien in der Kaulbachstraße 37. Täglich sieht er das Leid der Exoten, die in unfachmännischen Händen unvorstellbares Leid durchleben. Der jüngste Fall: Zollbeamte des Münchner Flughafens fanden im Koffer eines australischen Fitnesstrainers 36 lebendige Pythonschlagen!

Mit der Maschine aus Sydney war der 22-Jährige am Montag in München angekommen, strebte mit Unschuldsmiene dem Ausgang entgegen. Zöllner jedoch haben ein feines Gespür für Leute, die was zu verbergen haben. Bei der Kontrolle seines Koffers stießen sie auf ein Sofakissen mit alarmierendem Inhalt: 36 junge Pythonschlangen.

„Es ist der größte Fund lebendiger Tiere in den letzten Jahren“, sagte Martin Brandlhuber, Pressesprecher des Hauptzollamtes München. Der Fitnesstrainer ging direkt in U-Haft. Über die Hintergründe schweigt er. Jedoch hatte er offensichtlich einen festen Abnehmer für die Tiere, die auf dem europäischen Schlangen-Schwarzmarkt einen hohen Wert gehabt hätten. Markus Bauer: „Australien erteilt schon seit zehn Jahren für solche Schlangen keine Ausfuhrgenehmigung mehr. Wenn es sich also tatsächlich um australische Pythons handelt, wären sie eine wertvolle Blutauffrischung für die Zucht gewesen.“

Die kleinste Würgeschlange hat den Flug nicht überlebt, wurde vermutlich vom Gewicht der anderen während des ruppigen Transports erdrückt. Den anderen Tieren geht es wieder gut. Bauer: „Fast alle fraßen auf Anhieb junge Mäuse. Sie sind vital und haben mich schon ein paar Mal fies gebissen, was ein gutes Zeichen ist.“

Die Schlangen bleiben vorerst in der Reptilienauffangstation. Über ihre Zukunft entscheidet das Bundesamt für Naturschutz, das Interessentenlisten führt. Die Tiere bleiben jedoch lebenslang in Staatsbesitz und auch eventuelle Zuchtpläne werden streng überwacht.

Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

80-Jährige bei Unfall schwer verletzt - Autofahrer durchbricht Absperrung
80-Jährige bei Unfall schwer verletzt - Autofahrer durchbricht Absperrung
Von Zug erfasst: Radlerin (78) stirbt auf Gleis
Von Zug erfasst: Radlerin (78) stirbt auf Gleis
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Raser-Irrsinn auf der Autobahn - Polizei sucht Porsche mit großem Spoiler
Raser-Irrsinn auf der Autobahn - Polizei sucht Porsche mit großem Spoiler

Kommentare