In Aschheim

Legionellen-Alarm: Amt verhängt Duschverbot 

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Warnhinweise informieren die Bewohner im Hausflur.

Aschheim - Duschen verboten: Die Mieter des Hauses an der Münchner Straße 21 in Aschheim müssen ihre Körperpflege umstellen. Im Warmwasser wurden große Mengen Legionellen entdeckt.

Das Landratsamt hat am Dienstag für die Mieter der acht Parteien ein Duschverbot verhängt. Schuld ist eine extrem hohe Legionellen-Belastung. „Es besteht akute Gesundheitsgefährdung!“

Mit diesem Warnhinweis werden Bewohner und Gäste bereits im Hausflur begrüßt. Dort hat die Hausverwaltung mehrere Zettel aufgehängt, die über den Legionellen-Befall informieren. Und der ist massiv: 13 000 Koloniebildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Wasser wurden bei einer Probenentnahme in der Anlage des Gebäudes gemessen. Der so genannte technische Maßnahmenwert, bei dem Handlungsbedarf besteht, liegt bei 100 KBE pro 100 Milliliter. Allerdings „gab es in der Vergangenheit Anlagen mit einer Belastung von mehreeren hunderttausend KBE“, versucht Andrea Klein, Pressesprecherin des Landratsamts, zu beruhigen.

Dennoch: „Man macht sich so seine Gedanken“, sagt ein verunsicherter Mieter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Gerade, weil kleine Kinder im Haus wohnen.“ Er ist von der Dusche auf die Badewanne umgestiegen. Denn aufgenommen werden die Bakterien vor allem durch das Einatmen des Wasserdampfes in die Lunge. Doch auch zum Abkochen des Wassers für die Zubereitung von Speisen rät das Landratsamt – „zur Sicherheit“.

Der Bewohner ist froh, „dass der Befall jetzt herausgefunden wurde“ – und schnell gehandelt werden muss. In einem Schreiben des Landratsamts, das die Hausverwaltung allen Mietern zukommen ließ, heißt es: „Die Trinkwasser-Installation ist umgehend von einem Fachunternehmen zu prüfen.“ Es gilt, die Bakterien-Quelle zu finden und zu beseitigen. „Hauptursache für die Kontamination ist die Stagnation des Wassers und ungünstige Temperaturen (20 bis 60 Grad) in den Leitungen“, erläutert Behörden-Sprecherin Klein. Bei höheren Temperaturen sterben Legionellen ab.

Doch der Mieter wundert sich schon, „dass das in einem erst vier Jahre alten Haus passiert“. Zumal im Nachbargebäude, ihm zufolge im selben Jahr von denselben Firmen gebaut, keinerlei Probleme mit Verunreinigungen aufgetaucht seien. Da aber eben Temperaturen und Wasser, das zu lange in den Leitungen steht, beste Bedingungen für die Ausbreitung von Bakterien liefern, „hat beides nur am Rande mit dem Alter des Hauses zu tun“, betont Andrea Klein vom Landratsamt.

Eine Fachfirma muss den Ursachen im konkreten Fall nun auf den Grund gehen und sie beheben – innerhalb von vier Wochen. „Nach Abschluss finden erneut Untersuchungen des Trinkwassers statt. Bei unauffälligem Befund wird das Duschverbot aufgehoben, aber weiter engmaschig kontrolliert“, schildert Klein die weiteren Schritte.

Janine Tokarski

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