Lehmann darf keinen Basketballplatz bauen

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Jens Lehmann wohnt in Berg am Starnberger See

Starnberg - Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann (41) darf neben seinem Haus in Berg am Starnberger See keinen Basketballplatz bauen. Nicht nur bei diesem Plan fährt ihm der Gemeinderat in die Parade.

Ebensowenig darf Lehmann neue Terrassen und ein zweites Gartenhaus bauen, entschied am Dienstag der Gemeinderat. „Mir tut das persönlich schon leid“, bedauert Rupert Monn, Bürgermeister der 8000-Seelen-Gemeinde, die Entscheidung. Aber sie habe so ausfallen müssen, weil man in der Vergangenheit „bei ähnlichen Anträgen genauso entschied“. Und für den ortsbekannten Vespa-Fahrer Lehmann gebe es eben keine Extrawurst.

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Dass sich Lehmann ärgert, versteht der Berger Bürgermeister. Er ist es gewohnt, dass in seiner Gemeinde um Bauvorschriften gestritten wird. Vielen der Prominenten, die hier wohnen, sind die oft einfach zu eng. Und manche bauen einfach und stellen nicht brav vorher einen Bauantrag wie der Ex-Nationaltorhüter.

Lehmann wollte neben sein Wohnhaus einen Basketballplatz und eine 19 Quadratmeter große Gartenhütte errichten. Dazu hätte er Teile seines 3600 Quadratmeter großen Hanggrundstücks begradigen müssen. Der Gemeinderat befürchtet, dass „Schicht- und Hangwasser angeschnitten werden“ könnte, weil das Grundstück am Hang zum Seeufer liegt — und zwei Häuser darunter stehen. „Da können wir große Probleme bekommen“, so der Bürgermeister, und verweist auf die Schön-Kliniken: Hier wurde in den vergangenen Jahren viel umgebaut. Und nun klagen die Anwohner, weil viel mehr Wasser über ihre Grundstücke fließt als zuvor.

Außerdem würde durch den Basketballplatz mehr Fläche versiegelt als erlaubt. Laut Bebauungsplan sind hier nur Nebenanlagen bis zu 200 Quadratmetern zulässig, und ließe man Lehmann so bauen, wie er beantragt hat, würde diese Grenze um mehr als 100 Quadratmeter überschritten. Da stimmten ihm auch die meisten Gemeinderäte zu: „Wenn wir hier mit einem Basketballplatz ein Fass aufmachen, kommen wir in Teufels Küche“, prophezeite der Chef der Berger CSU-Fraktion, Andreas Hlavaty.

Ein schwacher Trost für Lehmann: In Berg gibt es ein neues Sportgelände — der Bürgermeister würde ihn dort gerne begrüßen.

svs

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