Makabre Aktion mit toten Flüchtlingen

Leichentransport in Richtung Kanzleramt

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Die Polizei hat einen Leichenwagen (Archivbild) aus dem Verkehr gezogen: Der italienische Fahrer stand unter Drogen. Er transportierte zwei tote Flüchtlinge.

Freising - Die Polizei hat einen italienischen Leichenwagen aus dem Verkehr gezogen: Der Fahrer stand unter Drogen. Er transportierte zwei tote Flüchtlinge. 

Zwei weiße Särge und ein Leichenwagenfahrer auf Kokaintrip: Welch politischer Sprengstoff dieser Leichenwagen barg, konnten Freisinger Polizisten am Freitagnachmittag bei ihrer Routinekontrolle nicht ahnen. In dem italienischen Kleintransporter waren die sterblichen Überreste einer syrischen Frau und ihres zweijährigen Kindes, die im Mittelmeer ertrunken waren. In Sizilien waren sie exhumiert worden. Mit dem Segen ihrer Angehörigen sollen die Toten nach Berlin gebracht werden – für eine Kunstaktion.

Davon ahnten die Streifenpolizisten nichts: Ein Drogenschnelltest auf Kokain verlief bei Fahrer und Beifahrer positiv. Die zwei Särge wurden zum Flughafen gebracht, um sie vom Zoll auf Drogen durchleuchten zu lassen. Am Samstagabend war klar, dass nichts dergleichen in den Särgen ist. Mit einem anderen Fahrer ging’s nach Berlin, wo die Toten erst politische Unruhe stiften und dann ihre letzte Ruhe finden sollen.

Die Menschenrechts- und Künstleraktionsgruppe Zentrum für Politische Schönheit plant die Aktion seit Monaten: Sie haben in den südeuropäischen Staaten Massengräber von Flüchtlingen gefunden, die im Mittelmeer ertrunken sind. Dann haben sie Flüchtlinge identifiziert und Angehörige gefunden. „Die Toten sind auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt“, erklärt die Künstlergruppe. Hier sollen im Laufe der Woche zehn Flüchtlinge begraben werden. Die syrische Frau und ihr Kind sollen heute um 10 Uhr nach muslimischen Brauch beigesetzt werden. Auch die Kanzlerin ist eingeladen. Sie machen die Künstler für die Abschottungspolitik verantwortlich. Am Sonntag, so kündigten es die Künstler an, wird ein stiller Protestzug, angeführt von einem Bagger, Tote zum Kanzleramt bringen, um sie auf dem Vorplatz des Kanzleramtes zu beerdigen. Das Prinzip dieser Kunst ist das zynische Spiel mit der Realität, wobei die Künstler behaupten, die Realität und der Umgang mit Flüchtlingen sei zynisch. Nicht die Kunst.

Jasmin Menrad

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