Lücke soll erhalten bleiben

KZ-Gedenkstätte: Leiterin gegen neues Tor

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Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau hat sich gegen eine Kopie der gestohlenen Tür mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ ausgesprochen.

Dachau - Eine Kopie soll es richten: Das gestohlene KZ-Tor soll ersetzt werden. Nun hat sich die Leiterin der Gedenkstätte dagegen ausgesprochen.

Das spektakulär gestohlene Tor der KZ-Gedenkstätte Dachau soll durch einen Nachbau ersetzt werden. So hat es der Stiftungsrat beschlossen. Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau hat sich gegen eine Kopie der gestohlenen Tür mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ ausgesprochen. Gabriele Hammermann steht damit im Widerspruch zum Stiftungsrat der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Hammermann wünscht sich vielmehr, die Lücke als Mahnmal zu erhalten. „Auf einer Informationstafel am Ort sollten selbstverständlich die Hintergründe des Diebstahls und die Geschichte des Lagertors beschrieben werden“, sagte sie der Tageszeitung „Augsburger Allgemeine“ (Freitag). Das Tor war im vergangenen November gestohlen worden und ist seitdem verschwunden.

Sollte es entgegen der Meinung Hammermanns dennoch auf eine Kopie des Tores hinauslaufen, sollte wenigstens ein Material gewählt werden, „das eindeutig als neue Zutat erkennbar ist“, so die Leiterin der KZ-Gedenkstätte. Zur Begründung sagte sie, dass zwar der Schriftzug „Arbeit macht frei“ schon eine Nachbildung gewesen sei, „die Tür war jedoch ein Original“. Man mache es sich zu einfach, „wenn man diese Lücke nach dem größten Anschlag auf die Gedenkstätte einfach schließt“. Es gehe auch um die Frage, „was dieser Vorfall über den Zustand unserer Gesellschaft aussagt“.

Der Stiftungsratsvorsitzende und bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) erwiderte, dass das Gremium in der Frage der Anfertigung einer Tor-Kopie „eine klare Entscheidung“ getroffen habe. An der Sitzung habe auch die Leiterin der KZ-Gedenkstätte teilgenommen. „Es gibt hier auch keine neuen Argumente“, sagte Spaenle in München. „Über die Details der Ausgestaltung der Kopie kann und muss man - wenn man verantwortlich handelt - sprechen.“

Ende Januar hatte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten beschlossen, die Gedenkstätten in Dachau und Flossenbürg künftig mit Videokameras zu überwachen. Zudem sollen Sicherheitskräfte vermehrt Streife gehen.

dpa

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