Wetterlage unterschätzt

Wanderer stecken hüfthoch im Schnee fest - Bergwacht findet völlig erschöpftes Paar

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Immer wieder brechen auch die Bergretter auf dem Weg zum Gipfelgrad im knie- bis hüfthohen Schnee am Ross- und Buchstein ein.

Sie hatten eine Frühlings-Bergtour geplant. Am Ende aber steckte ein Paar am Roß- und Buchstein im hüfthohen Schnee fest. Die Bergwacht Lenggries musste anrücken. 

Lenggries - Mit so viel Schnee hatten sie nicht gerechnet. Zwei Wanderer am Roß- und Buchstein wählten am Montag gegen 20 Uhr den Notruf, weil sie sich im kniehohen Schnee verlaufen hatten und vor Erschöpfung nicht mehr weiter konnten. 

Lenggries: Wanderer verlaufen sich in kniehohem Schnee

Die Bergwacht Lenggries rückte mit fünf Rettern, einem Rettungsfahrzeug und einem Schneemobil auf dem Anhänger aus. An den Röhrlmoosalmen ging es wegen der Schneemassen nur noch mit dem Schneefahrzeug weiter. Zwei Bergretter fuhren bis kurz unter die Almen und stiegen den Rest zu Fuß auf, da im Neuschnee auch mit dem Spezialfahrzeug kein Weiterkommen möglich war. 

Dank Handykontakt und GPS-Ortung konnte das verstiegene Paar schnell gefunden werden. Sie befanden sich am Grat der Roßsteinalmen im teilweise hüfthohen Schnee und wurden von den Bergrettern mit Wärmewesten und warmem Tee versorgt. 

Auch jüngst im Raum Lenggries, in dem Fall amGeierstein passiert: Mann stürzt 40 Meter in Schlucht und bleibt schlimm verletzt in Bach liegen - dann passiert Wunder

Bergwacht Lenggries hilft erschöpften Wanderer-Paar

In Begleitung der Retter konnten die erschöpften Wanderer schließlich ins Tal gebracht werden, wo bereits das beheizte Bergrettungsfahrzeug wartete. Das Pärchen Mitte 30 aus dem Frankfurter Raum wollte eigentlich zur Tegernseer Hütte wandern. Dabei hatten sie bei ihrer Tourenplanung nicht mit so viel Schnee gerechnet. 

Um 24 Uhr war der Einsatz für die Bergwacht Lenggries mit den letzten Aufräumarbeiten beendet. Die Bergwacht Lenggries bedankt sich beim Einsatzleiter der Bergwacht Rottach-Egern, der bei der Ortung der beiden Wanderer half.

Im Schnee Orientierung verloren: Einsatz auch am Schönberg

Die immer noch üppigen und immer wieder neu hinzukommenden Schneemengen in den Bergen haben der Bergwacht Lenggries nun schon den zweiten Einsatz dieser Art beschert. Bereits am 28. April wurden die Bergretter zu einer ähnlichen Rettungsaktion am Schönberg alarmiert. 

Drei Wanderer hatten im Schneetreiben die Orientierung auf dem Steig zwischen Maria Eck und Hochplatte verloren und kamen zudem durch den tiefen Schnee nicht mehr weiter. Deshalb wählten sie gegen 16.30 Uhr den Notruf. 

Die Bergwacht Lenggries rückte mit  sieben Mann in zwei Bergrettungsfahrzeugen Richtung Maria Eck aus. Bereits im unteren Drittel mussten die Einsatzkräfte die Autos wegen umgestürzter Bäume stehen lassen und zu Fuß zu der Gruppe aufsteigen. 

Die zwei Männer und eine Frau wurden mit Wärmewesten und warmen Getränken versorgt, bevor sie von den ehrenamtlichen Rettern ins Tal begleitet wurden. Nach drei Stunden war der Einsatz beendet und die drei Geretteten berichteten davon, dass sie nicht mit so viel Schnee gerechnet hatten. 

Derzeit liegt in den Hochlagen der Bayerischen Voralpen immer noch viel Schnee. Zu der teils mächtigen Altschneedecke fällt zudem immer noch Neuschnee, der auch in den nächsten Tagen aufgrund der schlechten Wetterlage bleiben wird. Dies sollte bei der Tourenplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Sylvia Frei

Einen aufmerksamen Schutzengel hatte ein Fünfjähriger in der Pähler Schlucht: Um ein Haar wäre er von einem Geröllabbruch erschlagen worden. Die Gemeinde hatte die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt – doch die Absperrung war beseitigt worden.

Am Poschberg kam es in der Nacht zu einem Großeinsatz der Bergwacht. Ein Mann hatte sich verstiegen - und kam nicht mehr weiter. Der Einsatz gestaltete sich kompliziert.

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