Heiligenfiguren Hände abgeschlagen

Kirchenschänder machen Feuer am Altar

+
Geschockt steht Pfarrer Hermann Schlicker vor dem Altar, auf dem die Vandalen Feuer gemacht haben

Grafing - Unbekannte haben am Wochenende die Leonhardikirche in Grafing geschändet. Sie beschädigten Heiligenfiguren, entzündeten ein Feuer auf dem Altar und entwendeten Reliquien aus dem um 1300 erbauten Gotteshaus.

Die Spuren des Feuers

Andreas Krause ist Mesner in St. Ägidius, Grafing. Er wurde am Sonntagmorgen informiert, dass unbekannte Täter die Leonhardikirche verwüstet hätten. Sofort eilte er mit Stadtpfarrer Hermann Schlicker an den Ort des Geschehens, wo sich ein trauriges Bild bot.

Die Täter waren auf die Empore gelangt und mit Hilfe einer Holzleiter in den ständig verschlossenen Hauptraum gestiegen. Nach Angaben der Ebersberger Polizei brachen sie dort von mehreren Heiligenfiguren Hände und Utensilien ab, stapelten die Gegenstände auf dem Altar und entzündeten sie, so dass auch das Altarbild in Mitleidenschaft gezogen wurde. Anschließend entwendeten sie einige Reliquien und verließen die Kirche.

Von mehreren Statuen wurden die Gliedmaßen abgeschlagen

Ob die Eingangstür zur Tatzeit offen war oder die Täter mit einem Dietrich das einfache Schloss öffnen konnten, konnte die Polizei bis jetzt noch nicht klären. Sie kann auch den Beute- und Sachschaden noch nicht beziffern. Ein Polizeisprecher: „Er dürfte aber sicher einige tausend Euro betragen“. Die Polizei erhofft sich Zeugenhinweise unter der Telefonnummer (0 80 92) 82 68-0.

Mesner Krause hat Anzeichen dafür, dass die Täter am Samstagnachmittag in der Kirche waren. Er war gerademit einer Hochzeit in der Stadtpfarrkirche beschäftigt, als er plötzlich Glockengeläut vernahm, dessen Ursprung wohl die Leonhardikirche war. Kraume: „Die Glocken dort müssen von Hand gezogen werden. Das könnten die Täter gewesen sein.“

Überall Spuren der Zerstörung – die Leonhardikirche in Grafing bleibt deswegen bis auf weiteres zu

Die Kirche „St. Leonhard auf dem Felde“ wurde um 1300 im gotischen Stil erbaut und ist das älteste in seiner Bausubstanz erhaltene Bauwerk von Grafing. Die ältesten der wieder freigelegten Fresken sind auf das Jahr 1408 datiert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchlein teilweise zerstört, doch blieben große Teile der Mauern und die wertvollen Fresken erhalten. Um 1700 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Im Jahr 1802, rettete sie der Kaufmann Peter Vazanini mit einer Spende von 250 Gulden vor dem Abriss.

Michael Acker

Auch interessant

Meistgelesen

Lebensbedrohlicher Leichtsinn: Die gefährlichen Bootstouren auf der Isar
Lebensbedrohlicher Leichtsinn: Die gefährlichen Bootstouren auf der Isar
Gärtner will Wespen verjagen - und fackelt Nobel-Hecke ab
Gärtner will Wespen verjagen - und fackelt Nobel-Hecke ab
Übler Streich: Buben (13, 14) „schießen“ auf König von Thailand
Übler Streich: Buben (13, 14) „schießen“ auf König von Thailand
Schleuderpartie auf der A96: Zwei Autos Schrott, vier Verletzte
Schleuderpartie auf der A96: Zwei Autos Schrott, vier Verletzte

Kommentare