Heuballen haben sich entzündet

In letzter Sekunde: Feuerwehr rettet Bauernhof

Mit Löschschaum bedeckte Heuballen auf dem Bauernhof in Haidling. Foto: sro

Grafing - „Zwei Stunden früher wenn das passiert wäre, wäre der Bauernhof abgebrannt“: Der Zufall und der schnelle Einsatz der Feuerwehren verhinderten am Dienstagfrüh einen Großbrand in Haidling. Aber die Gefahr ist noch nicht vorbei.

Großalarm in den Morgenstunden: Acht Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei und Kreisbrandinspektion rasen nach Haidling. Ein Landwirt hat Alarm ausgelöst. Bis die Einsatzkräfte eintreffen, fährt er mit seinem Frontlader noch bereits brennende Heupressballen aus der Tenne. Er kämpft um seine Existenz. Das Heu hat sich selbst entzündet.

Bilder: Feuerwehr verhindert Großbrand

Das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte verhindert eine Katastrophe. An den Balken in der Tenne hängen überall Spinnweben, an denen sich im Laufe der Jahrzehnte Staub angesetzt hat. „Das brennt wie Zunder“, sagt Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. „Wenn das Feuer auf die Spinnweben übergreift, steht sofort der ganze Dachstuhl in Flammen.“

In der Tenne arbeiten die Einsatzkräfte mit schwerem Atemschutz. Sie schwitzen unter ihrer Ausrüstung. Immer wieder werden angesengte und rauchende Heuballen ins Freie transportiert. „In dem Moment, wenn die aufgehoben werden und Luft dran kommt, fangen die sofort Feuer“, sagt Bullinger.

Im Freien werden die Bündel mit Schaum abgelöscht. Die Feuchtigkeit, die im Heu enthalten ist, sorgt nach Auskunft eines Feuerwehrmannes, der selbst Landwirt ist, für die gefährliche Selbstentzündung. Bei einem Fermentierungsprozess entsteht derart viel Hitze, dass das Heu schließlich zu glimmen beginnt. „Das riecht wie Tabak“, sagt Bullinger. Schon mancher Bauernhof ist auf diese Weise in Rauch aufgegangen. „Die Großpressbündel sind gefährlicher als die Rundballen“, sagt der Feuerwehrmann. Für die Großbündel müsste es eigentlich vier Tage schön sein. Der gelegentliche Niederschlag am Boden sorgt aber für eine Feuchtigkeit am Grund, die im Heu bleibt.“

Die Feuerwehren aus Grafing, Straußdorf, Elkofen, Nettelkofen, Bruck, Alxing, Ebersberg und Oberndorf haben mehr Arbeit mit dem Ausräumen der Tenne, als eigentliche Löscharbeit. Immer wieder fährt der Landwirt mit dem Traktor hinein und holt verkohlte Heuquader aus dem Bauernhof. Unter Atemschutz kehren die Männer in der verrauchten Lagerhalle alte Heureste und Glutnester zusammen und transportieren alles nach draußen, wo die Einsatzkräfte das glimmende Heu ablöschen. Der Landwirt hat Glück gehabt – und Mut bewiesen.

Michael Seeholzer

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