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Liegestuhl-Dilemma am Ammersee: Söder erreicht Beschwerde-Brief

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Von: Andrea Gräpel

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Mit Schirm und Liegestuhl dürfen Badegäste auf der öffentlichen Kiesfläche liegen, wenn die Sachen mitgebracht werden. Das Ammerseehotel darf seinen Gästen auf der öffentlichen Fläche vor dem Hotel aber kein Mobiliar zur Verfügung stellen.
Mit Schirm und Liegestuhl dürfen Badegäste auf der öffentlichen Kiesfläche liegen, wenn die Sachen mitgebracht werden. Das Ammerseehotel darf seinen Gästen auf der öffentlichen Fläche vor dem Hotel aber kein Mobiliar zur Verfügung stellen. © A. Jaksch

Die Seeverwaltung hat dem Ammerseehotel in Herrsching die Bereitstellung von Strandmobiliar am Ammersee untersagt. Inzwischen gibt es ein Schreiben an Ministerpräsident Söder.

Herrsching – Erst wurde dem Ammerseehotel in Herrsching von der Seenverwaltung in Stegen die gastronomische Sondernutzungsgenehmigung für den Kiesbereich vor dem Hotel gestrichen (wir berichteten), nun dürfen dort auch keine Liegestühle des Hotels mehr stehen. Hoteldirektorin Nadja Leiskau ärgert sich: „Das war ein ganz normaler Sommerbetrieb wie all die Jahre sonst auch.“ Das Thema wird nach einem Schreiben an Ministerpräsident Dr. Markus Söder nun aber „erneut auf politischer Ebene geprüft“.

Ammersee: Hotel darf keine Liegestühle mehr aufstellen -

Die Ammerseeverwaltung in Stegen ist für alles zuständig, was mit dem See und seinem Uferbereich zu tun hat. So auch für die Badeflächen entlang der Promenade. Die Seenverwaltung ist Teil des Staatsministeriums für Finanzen. Anders als früher wird derzeit jede gewerbliche Nutzung abgelehnt. Gleiches gelte für den Badesteg. „Nur wenn ein Gast mit Liegestuhl anreist, darf den dann aufstellen“, sagt Nadja Leiskau.

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„Urlaub am Ammersee in einem Hotel direkt am Strand weckt natürlich die Erwartung der Gäste, dass seitens des Hotels eine Infrastruktur zu Erholungszwecken zur Verfügung steht. Wir können unseren Gästen nicht plausibel erklären, dass wir zwar Liegestühle haben und auch gerne zur Verfügung stellen möchten, uns dies aber untersagt wurde“, schrieben Hotelier Maximilian Thyssen und seine Hoteldirektorin an Söder. Als Bote für das Schreiben bot sich Bürgermeister Christian Schiller an, als dieser Söder beim jüngsten Kurzstopp in Wartaweil traf.

Liegestuhl-Verbot am Ammersee: Hotel hält sich daran, will aber Klärung

„Bis das geklärt ist, halten wir uns an das Verbot. Aber wir werden unsere Gäste nicht davon abhalten, sich die Stühle zu holen und selbst aufzustellen“, sagt Nadja Leiskau im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. So, wie es jeder andere Badegast mit eigenem Sack und Pack am Herrschinger Ufer auch macht. Leiskau: „Mit dem Unterschied, dass die Fläche vorm Hotel im Gegensatz zur übrigen Fläche von unseren Mitarbeitern sauber gehalten wird. Viele Stammgäste sind nun verärgert.“ Augenscheinlich zurecht, da sich auf dem übrigen Kiesbereich lauter Menschen mit Schirm, Tisch und Liegestuhl breit machen.

Unterstützung erfuhr die Hotelleitung von Dr. Peter Grassmann, der sich nicht nur als Stammgast, sondern nun auch als Mitglied im Vorstand des Vereins Ammersee-Ostufer für Mensch und Natur für das Anliegen des Hotels bei der Seeverwaltung stark machte, nun aber die Antwort erhielt, dass die Angelegenheit „erneut auf politischer Ebene geprüft“ werde.

Zugleich gibt es aber auch andere Stimmen, die darauf verweisen, dass der gesamte Uferbereich öffentlich sei und keiner bestimmten Personengruppe wie Hotelgästen vorbehalten sein sollte. Sobald Liegestühle da stünden, lege aber niemand anderes mehr sein Handtuch dorthin. Wenn das dann alle Betriebe machen dürften, bliebe nicht mehr viel übrig von der öffentlichen Badefläche. Umso weniger, wenn dort auch bewirtet würde, was die Hotelleitung jedoch verneint: „Eine gastronomische Bewirtung hat nicht stattgefunden. Die Gäste haben sich ihre Getränke entweder selbst mitgebracht oder im Innenbereich an der Theke bestellt und selbst mitgenommen.“

Eine Entscheidung bei derder der Seenverwaltung übergeordneten Bayerischen Schlösserverwaltung steht hingegen noch aus. „Die Sachlage wird derzeit umfassend geprüft“, so Sprecherin Franziska Wimberger auf Anfrage.

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