Sperrung auf S4- und S6-Strecke – wann kommt Schienenersatzverkehr?

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Lufthansa-Piloten legen schon wieder Flughafen lahm

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München - Seit Montag haben die Piloten der Lufthansa wieder mal ihre Arbeit niedergelegt. Die Folge: Von Montagmittag bis einschließlich Dienstag werden wohl allein am Münchner Airport mehr als 400 Flüge ausfallen.

Ja, sie tun es schon wieder: Sie streiken! Seit Montag haben die Piloten der Lufthansa wieder mal ihre Arbeit niedergelegt. Die Folge: Von Montagmittag bis einschließlich Dienstag dürften allein am Münchner Airport mehr als 400 Flüge ausfallen, sagte ein Flughafen-Sprecher. Insgesamt seien etwa 150 000 Fluggäste betroffen. Chaos pur! Streiken wollen die Piloten bis Dienstag um Mitternacht.

Für alle Fluggäste gilt: Die Langstrecke wurde am gestrigen Montag noch abgefertigt, wird aber am heutigen Dienstag komplett stillstehen. Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings sind von dem Streik nicht betroffen. Und Vorsicht: Auch am Mittwoch fallen dem Sonderflugplan zufolge noch einzelne Flüge aus. Wer herausfinden will, ob sein Flug heute und morgen vielleicht doch startet, dem bleibt nur auf der Internetseite der Lufthansa nachzuschauen.

Um was es bei dem Streik geht? Natürlich ums Geld. Gestritten wird vor allem um die Übergangsversorgung für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen. Zur Information: Ein Lufthansa-Pilot, der im Laufe seiner Karriere alle Gehaltsstufen durchlaufen hat, verdient (inklusive Zulagen) rund 260 000 Euro im Jahr. Als Argument für den satten Verdienst wird immer wieder angeführt, dass man ja bei der Arbeit die Verantwortung für viele Menschenleben trage. Stellt sich die Frage, was der Busfahrer dazu sagt, der jeden Morgen bei Nebel und Regen gut 50 Kinder im Bus zur Schule fährt.

Der neue Streik – die tz hörte sich am Montag bei gestrandeten Fluggästen um:

Zug als Ersatz?

Anna-Lena Bobzin (21),­ ­Auszubildende aus Hamburg: "Mein Flug wurde storniert. Daraufhin hätte ich mit der Bahn fahren können. Lieber nicht! Das dauert eine halbe Ewigkeit. Jetzt konnte ich auf einen ­früheren Flug umbuchen."

Die Arbeit ruft!

Lena Kokko-Nissinen (60), Sekretärin, und Ari Nissinen (50), Firmenchef aus Helsinki: "Wir müssen zurück nach Finnland. Die Arbeit ruft! Jetzt hoffen wir, dass wir den Flug noch umbuchen können. Aber wir verstehen die Piloten."

Ungerecht!

Andrea Lieberknecht (49) und Dag Jensen (50), Musiker aus München: "Wir warten schon seit Stunden. Das Streikrecht muss überdacht werden! Piloten haben viel Macht. Das ist gegenüber ­anderen ungerecht."

Wir sind die Geiseln!

Georg Steigenberger (59), Manager aus Wolfratshausen: "Mein Flug nach Düsseldorf wurde abgesagt. Eine Schulung für 41 Teilnehmer fällt jetzt ins Wasser. Mir tut es für die Kunden leid. Ich habe kein Verständnis. Wir Passagiere sind die ­Geiseln der Gewerkschaft."

Der Service? Eine Frechheit!

Kathrin Liles (41) mit Ian (3) und Lena (6) aus Berlin: "Wir können nirgendwo hin, müssen ins Hotel. Ich verstehe den Grund für den Streik. Aber der Umgang in den Service-Hotlines ist eine Frechheit. Nach zwei Stunden in der Warteschleife hat man mir ­einfach aufgelegt."

Startbahngegner geben Gas

Und noch was zum Flughafen: Vor der Behandlung ihrer Massenpetition im Landtag (am Donnerstag) haben Gegner einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen gefordert, endgültig auf den Bau der Piste zu verzichten. Es gebe keinen Bedarf für das Projekt, erklärten der Bund Naturschutz in Bayern und das Aktionsbündnis „AufgeMUCkt“ gestern in München. „Die Prognosen zu steigenden Flugbewegungen sind grottenfalsch“, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Freising, Christian Magerl. Tatsächlich sank die Zahl der Starts und Landungen am zweitgrößten deutschen Flughafen im vergangenen Jahr um vier Prozent. Mit 38,7 Millionen Fluggästen verzeichnete der Airport aber einen Passagierrekord.

J. Heininger, A. Geier

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