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„Karriere-Guru“: Mit den richtigen Fragen zum Traumjob

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Von: Ulrike Osman

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Tobias Jost (33) aus Gernlinden nennt sich selbst „Der Karriere-Guru“.
Tobias Jost (33) aus Gernlinden nennt sich selbst „Der Karriere-Guru“. © mm

Überall fehlen Fachkräfte, Firmen buhlen um Nachwuchs. Gute Chancen also, den Traumjob zu finden. Aber wie findet man das Richtige?

Gernlinden – Wie findet man den richtigen Job? Woran erkennt man das? Und wann ist es Zeit, den Beruf oder gar die Branche zu wechseln? Tobias Jost aus Gernlinden hat sich mit diesen Fragen beschäftigt – und ein Buch geschrieben. Das landete auf der Bestsellerliste.

„Mission Traumjob. Mehr Spaß, mehr Geld, mehr Leben“, heißt der Ratgeber. Autor Tobias Jost schreibt darin auch über seine eigenen Erfahrungen. Der 33-Jährige hat schon eine ziemlich ungewöhnliche Karriere hingelegt und möchte anderen gerne die Umwege ersparen, die er auf dem Weg zu seinem Traumjob gemacht hat.

„Karriere-Guru“: Mit 24 gründete er die erste Firma

Nach der Orlando-di-Lasso-Realschule in Maisach machte Jost das Fachabitur und studierte BWL – obwohl ihm mathematische Fächer nicht lagen. Doch er wollte etwas über Wirtschaft lernen, „um im Leben nicht abgezogen zu werden“. Mit 24 gründete er seine erste Firma, einen Obst-Lieferservice für Firmen, die ihren Mitarbeitern gesunde Snacks anbieten wollen.

Das Geschäft lief gut, die Firma ist heute in sieben Großstädten aktiv. Auf Dauer war das kräftezehrend. Morgens um halb fünf zum Großmarkt fahren, Obstkörbe packen und ausliefern, Organisation und Bürokram, abends um elf ins Bett fallen – Jost fing an zu rauchen, seine Beziehung ging in die Brüche. „Ich merkte, ich brauche einen kompletten Themenwechsel“, erzählt der Gernlindener, der inzwischen in München lebt, aber immer noch oft zum Golfspielen nach Rottbach fährt.

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Berufswechsel und das nächste Unternehmen: Sicherheitslücken

Sein nächstes Unternehmen war eine Softwarefirma namens Hackerbay. Der Name war Programm – Jost und seine Mitstreiter spürten Sicherheitslücken in Firmen-Websites auf und entwickelten Softwarelösungen dagegen. Er betreute Kunden in der ganzen Welt, verdiente gutes Geld. Doch wieder kam nach ein paar Jahren das Gefühl, nicht am richtigen Platz zu sein – morgens nicht mehr gerne aufzustehen, die Arbeit nur noch als Mittel zum Zweck zu betrachten.

Erneut zog Jost einen Schlussstrich, nahm sich eine Auszeit und stellte sich viele Fragen. Ende 2019 wusste er, was er machen würde. „Ich wollte die Person sein, die mir in der Vergangenheit gefehlt hat.“ Ein Karriere-Guru, der anderen zu einem erfüllten Berufsleben verhilft.

Unterm Weihnachtsbaum drehte er sein erstes Video mit Karriere-Tipps. Inzwischen gibt es eine eigene Webseite (www.der-karriereguru.de) rund um das Thema. Auf den sozialen Medien folgen Jost nach eigenen Angaben 800 000 Schüler, Studierende und Berufseinsteiger.

Bald klopften Verlage bei ihm an. „Ich hätte mir nie erträumt, jemals ein Buch zu schreiben“, sagt Jost. Jetzt ist er Bestsellerautor.

Der Weg zum Traumberuf: Die richtigen Fragen

Der Schlüssel zum persönlichen Traumjob besteht für ihn darin, sich die richtigen Fragen zu stellen – nach den eigenen Interessen, Motivationen, Werten, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Erst danach beginne sich der Weg abzuzeichnen. Auch müsse man sich ehrlich fragen, ob man bereit sei, alles zu tun, was für den Wunschberuf nötig ist. Wird man das lange, anspruchsvolle Studium durchhalten? Es schaffen, die Schauspielausbildung mit Nebenjobs zu finanzieren und dann eine Zeit der vielen Castings und vielen Absagen durchhalten?

Jost selbst hat sein berufliches Glück gefunden – und seine nächste Zielgruppe im Visier. Er möchte Arbeitgebern zeigen, wie sie trotz Fachkräftemangel gute Mitarbeiter finden und halten. Noch scheitert die Umsetzung seiner strategischen Vorschläge manchmal an eingefahrenen Strukturen. „Aber das“, ist Jost überzeugt, „wird sich ändern.“

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