Weihnachtsaktion der Heimatzeitung

Dreifache Mama pflegt ihren Jüngsten rund um die Uhr – er kann nicht essen

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Hier ernährt Mutter Michaela B. ihren Sohn Christian mit einer Magensonde.  „Für mich selbst wünsche ich mir nichts.Nur dass meine Kinder glücklich sind und es ihnen gut geht.“

Seit der kleine Christian vor 13 Monaten auf die Welt kam, ist für Michaela B. nichts mehr wie es vorher war. Die 25-jährige Mutter von drei Kindern ist rund um die Uhr in Sorge um ihren kleinen Buben. „Schon im Kreißsaal meinte die Hebamme, dass irgendetwas nicht mit ihm stimmt, dass er nicht wie ein normales Baby aussieht“, sagt die dreifache Mami – und die Expertin hatte recht.

Landkreis Die Mutter konnte das damals gar nicht nachvollziehen: „Für mich war er einfach mein süßes Baby.“ Schließlich bestätigte eine ärztliche Diagnose die Vorahnung der Hebamme: Christian leidet unter Epilepsie, hat eine Schluckstörung, ist lichtempfindlich, er hat eine Laktoseunverträglichkeit und eine starke Entwicklungsstörung – eine genetisch bedingte Dystrophie. Der Bub kann nicht essen. Er muss über eine Magensonde ernährt werden.

„Christian braucht rund um die Uhr meine Aufmerksamkeit, er hat jetzt schon Pflegestufe II“, sagt die Mutter. Marie und Lena, ihre beiden Töchter, sind erst drei und vier Jahre alt. Trotzdem müssen sie oft zurückstecken. Denn ihre Mama ist ständig in Sorge um ihr kleines Brüderchen. Christian ist auf dem Entwicklungsstand eines sieben Monate alten Babys. Vor wenigen Tagen erst fing er an zu krabbeln. Das einzige Wort, das er sagen kann ist Mama.

Einen Papa gibt es in der kleinen Familie momentan auch nicht. Der Vater der Töchter hat sich aus dem Staub gemacht, als Michaela B. mit Maria im dritten Monat schwanger war. Heute ist der 25-Jährige arbeitslos, Finanzielle Unterstützung von dieser Seite: Fehlanzeige.

Der Vater des kleinen Christian kam nicht damit zurecht, dass er einen behinderten Sohn hat. Auch die beiden Mädchen akzeptierte er nicht. „Ich habe mich von ihm getrennt, denn meine Kinder sind mein Ein und Alles und sie brauchen meine ganze Aufmerksamkeit“, sagt Michaela B. unter Tränen.

Aufgrund ihres Lebenslaufes konnte sie bisher keinen Beruf erlernen. Sie nahm Hilfsjobs an. Derzeit arbeitet sie als Putzfrau. Eigentlich möchte Michaela B. eine Lehre machen. Momentan ist daran aber nicht zu denken – bei dem Zeit- und Nervenaufwand, den ihr der kleine Sohn abverlangt.

„Ich würde eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen, aber das geht natürlich nicht, weil ich mich rund um die Uhr um Christian kümmern muss“, sagt sie. Ihren Töchtern zuliebe und in Absprache mit den Ärzten sucht die 25-Jährige eine Lösung.

Sie bemüht sich derzeit um eine Unterbringung von Christian in der Einrichtung „Die Wiege“ in Odelzhausen (Kandkreis Dachau). In diesem heilpädagogischem Heim für behinderte Kinder könnte der gut Einjährige mit regelmäßiger Physiotherapie, Ergotherapie und weiteren Angeboten gefördert werden. An den Wochenenden könnte sie ihren Bub nach Hause holen. „Ich denke, das wäre das Beste für uns alle – ich muss schließlich auch an meine Mädchen und auch an mich denken“, sagt die Mutter schweren Herzens.

Die 25-Jährige ist froh, wenigstens eine Wohnung für ihre Familie zu haben. Die Haushaltskasse ist natürlich chronisch klamm.

Dabei wären dringend einige Anschaffungen nötig: Die Waschmaschine ist kaputt, die Töchter wünschen sich Fahrräder, vielleicht auch eine Barbiepuppe, schließlich steht Weihnachten vor der Tür. Und was möchte Michaela B.? „Mein größter Wunsch ist es, dass meine Kinder glücklich sind, für mich selbst wünsche ich mir nur, dass es meinen Kindern gut geht.“ (akk)

So funktioniert die Kette der helfenden Hände, die auch durch eine Aktion der Fotofreunde FFB unterstützt wird. 

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