Wer kennt den "Gentleman"-Räuber?

Vorsicht EC-Dieb! Warum die Polizei diesen Mann sucht

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Zwei Aufnahmen des Betrügers: Während der EC-Kartendieb das fremde Konto plündert, schaut er direkt in die Linse (r.) Im linken Bildausschnitt mit blauer Pilotenbrille am Schalter.

Dachau - Er bestiehlt alte, wehrlose Menschen im Krankenhaus und hebt dann mit ihren EC-Karten hohe Euro-Beträge ab. Nun hat die Polizei Dachau Fahndungsfotos von dem Betrüger veröffentlicht und ruft zur Mithilfe auf.

Sollte dieser Mann im Großraum München leben, sind seine Tage in Freiheit vermutlich gezählt. Mit gestochen scharfen Fotos aus den Überwachungskameras zweier Banken sucht die Dachauer Polizei einen Dieb und Betrüger, der vermutlich bereits mehrere alte Menschen im Krankenhaus bestohlen hat. Dunkelblauer Anzug mit farblich abgestimmter Weste, Krawatte und hellblauem Oberhemd - keine Frage, dieser gepflegte Gentleman wirkt zumindest auf den ersten Blick vertrauenerweckend. Eine Masche, mit der er offensichtlich Erfolg hatte.

Am 19. Juli wurden in einem Krankenhaus im Landkreis Dachau drei betagte Menschen im Alter von 80 bis 90 Jahren bestohlen. In zwei Fällen fand der Dieb lediglich Geld. Einem 85-Jährigen aus Olching wurde dagegen die gesamte Geldbörse mit allen Karten gestohlen. Darunter waren auch zwei EC-Karten samt der dazugehörigen Geheimzahl, die der Senior der Einfachheit halber zusammen aufbewahrt hatte. Ein fataler Fehler, der sich schnell bitter rächte. Noch bevor die Polizei von dem Diebstahl erfuhr und die Karten sperren ließ, hatte der schamlose  Betrüger bereits das Konto des 85-Jährigen geplündert. An mehreren Bankomaten im Münchner Bahnhofsviertel und im Landkreis Dachau unweit des Krankenhauses hob er am 19. und 20. Juli insgesamt 3000 Euro ab, bis das Konto leer war und die Karten eingezogen wurden. Dabei machte er nicht den geringsten Versuch, den Kameras zu entkommen. Im Gegenteil: Er schaute mitten hinein!

Der Dachauer Polizeihauptkommissar Ernst Ziegenheim ist nicht sicher, ob der Täter vielleicht noch öfter zugeschlagen hat: „Es könnte sein, dass weitere Diebstähle in diesem oder anderen Krankenhäusern noch gar nicht bemerkt wurden, weil die Patienten alt oder sehr krank sind“, befürchtet Ziegenheim. Per richterlichem Beschluss wurden die Fotos aus den Überwachungskameras nun für die Öffentlichkeitsfahndung freigegeben. Jetzt sind die Bilder in allen Zeitungen und Internetportalen zu sehen. Unter der Rufnummer 08131 / 5610 bittet die Dachauer Polizei nun um Hinweise auf den dreisten Dieb.

Dorita Plange

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