Zeugnisse selbst ausgestellt

Mann arbeitet jahrelang illegal als Anwalt - nur ein winziger Fehler lässt ihn auffliegen

Mit gefälschten Zeugnissen hat ein Mann aus dem Landkreis Freising jahrelang unentdeckt als Anwalt agiert. Nur eine winzige Unachtsamkeit ließ ihn schließlich auffliegen.

Freising - Am Amtsgericht München ist ein kurioser Fall von Betrug und Urkundenfälschung verhandelt worden. Angeklagt war ein 35-jähriger Mann aus dem Landkreis Freising. Dieser hatte in jungen Jahren ein Jura-Studium begonnen, dieses jedoch nach sechs Semestern abgebrochen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich auf illegalem Wege einen Abschluss des Studiums zu beschaffen.

Mann arbeitet illegal als Anwalt - er stellte sich das Zeugnis selbst aus

Wie die dpa einen Sprecher des Amtsgericht München zitierte, stellte sich der heute 35-Jährige in einem Notariat, in dem er zuvor ausgebildet worden war, selbständig Zeugnisse aus, die er mit Bestnoten versah. So erschlich er sich eine Zulassung als Anwalt und arbeitete drei Jahre in verschiedenen Kanzleien und einem Versicherungsunternehmen.

Fälschlicherweise als Anwalt ausgegeben hat sich ein psychisch Kranker aus dem Landkreis Freising. Drei Jahre bemerkte es niemand.

Jahrelang als falscher Anwalt: Winziger Fehler lässt Betrüger auffliegen

Dass sein Betrug schließlich doch aufflog, lag nicht an seinen möglicherweise fehlenden Fähigkeiten, sondern an einem winzigen Fehler: Er hatte eines seiner Zeugnisse auf einen Feiertag datiert. Vor Gericht sagte der Mann aus: „Das Geld war es nicht (...). Es
war die Unfassbarkeit, dass ich trotz meiner fehlenden juristischen Ausbildung so gut vorankam.“

Das Gericht verurteilte den als psychisch krank eingestuften und kooperativen 35-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 326.000 Euro Schadensersatz. Der Verurteilte hat Berufung angekündigt. Aktuell befindet er sich in einer Ausbildung zum Handwerker.

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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