Prozess-Auftakt um S-Bahn-Sex

Mann bestreitet Vergewaltigung: "Alles freiwillig"

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Vor Gericht schämte sich Pasquale G. (21).

München - Ein 21-Jähriger soll eine geistig behinderte Frau (30) am S-Bahnhof in Eglharting vergewaltigt haben. Vor Gericht sagt er, dass "alles freiwillig" geschehen sei.

Mit seinem linken Arm versucht er, das Gesicht zu verdecken. Den schweren Vorwürfen muss er sich aber stellen. Prozessauftakt um die Vergewaltigung am S-Bahnhof Eglharting: Per Fahndungsfoto aus dem Zug hatte die Erdinger Polizei lange nach ihm gesucht, gestern erschien Pasquale G. (21) in Handschellen vor dem Landgericht München II. Der Küchenhelfer aus Italien soll Ende Januar die zu 50 Prozent schwerbehinderte Anna W. (30, Name geändert) vergewaltigt haben. Laut Anklage sprach er die Frau am Bahnsteig in Kirchseeon an, als sie vom Tischtennis-Training kam. Er half zunächst, das Fahrrad in den Zug zu tragen. Dann soll er aber zudringlich geworden sein – erst mit Küssen, gegen 20.25 Uhr zwang er sie am menschenleeren Bahnsteig zum Oralsex.

Pasquale G. weint bitterlich, als der Richter den Saal betritt. Über seine Verteidigerin lässt er erklären, dass es zum Sex auf einer Bank gekommen ist – allerdings einvernehmlich. „Ich habe sie zu nichts gezwungen und keine Gewalt angewendet“, sagt der Angeklagte. Dennoch bereue er seine Handlungen, erklärt G.’s Anwältin: „Mein Mandant hat die Behinderung nicht bemerkt.“ Auch gegen den Oralverkehr habe es keinen Widerstand gegeben – „minutenlang“ hat er G. zufolge gedauert. Dennoch bleiben Zweifel: Möchte eine Frau Sex mit Fremden haben – im Dunkeln, im Winter, am leeren Bahnsteig? Bei Verurteilung drohen G. bis zu zehn Jahre Haft.

A. Thieme

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