Urteil ist gefallen

Mann fährt Ex-Frau mit dem Auto an - mit der Absicht sie zu töten

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Hier wurde die Frau angefahren.

„Der Angeklagte hat das Fahrzeug bewusst als Waffe eingesetzt, nämlich um seine Ex-Frau zu töten“, führt die Staatsanwältin aus. Das sieht auch das Landgericht München II so und schickt den 45-Jährigen für lange Zeit hinter Gitter.

München - Weil er seine Ex-Frau mit einem Auto angefahren hat, ist ein Mann wegen versuchten Mordes zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter am Landgericht München II sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte die 40-Jährige zwei Jahre nach der Scheidung aus Eifersucht töten wollte. Er habe die Tat geplant und die Frau im Juni 2017 in Kirchseeon (Landkreis Ebersberg) heimtückisch angegriffen, hieß es in der Urteilsbegründung. „Er will sich dafür rächen, dass sie einen anderen Mann hatte“, hatte die Staatsanwältin zuvor in ihrem Plädoyer erklärt. Sie hatte achteinhalb Jahre Haft gefordert.

„Ich wollte sie nicht töten. Ich wollte sie bestrafen, weil sie mir den Sohn weggenommen hat“, zitierte der Verteidiger in seinem Plädoyer seinen Mandanten. Der 45-Jährige sei wütend gewesen, weil die Ex-Frau ihm den Kontakt zum Kind verweigert habe. Eigentlich habe er an jenem Morgen mit ihr reden wollen. Wartend im Auto sei er „immer mehr in Rage geraten, steigerte sich rein“, so der Verteidiger. „Und irgendwann schreitet er zur Tat.“ Der Mann beschleunigte den Wagen den Ermittlungen zufolge auf mindestens 33 Stundenkilometer.

Dann hat er ein zweites Mal versucht sie zu überfahren

Schon vorher hatte es wiederholt Tötungsdrohungen gegeben, wie der Vorsitzende Richter Thomas Bott betonte. „Ich bringe dich um!“, habe der Angeklagte am Telefon erklärt. Die Strafe dafür werde er dann absitzen und sein Kind zu sich holen. Nach Ansicht des Gerichts hat der Angeklagte die Ex-Frau um jeden Preis unter seine Kontrolle bringen wollen.

Im Juni 2017 fuhr er sie von hinten an - der Tathergang ist laut Richter unstrittig. Die Frau sei mit dem Kopf in die Windschutzscheibe geschleudert. Dann habe der Rumäne ein zweites Mal versucht, die Ex-Frau zu überfahren, sei schließlich ausgestiegen und habe auf sie eingeschlagen. Allerdings nicht, wie das Opfer unmittelbar nach der Tat geschildert habe, mit einem massiven Hammer, sondern mit einem Stiel aus Hartplastik. Die Frau wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Sie leidet noch heute an den Folgen der Gewaltattacke.

Die Verteidigung war von versuchtem Totschlag ausgegangen. Anwalt Stefan Korn sah keine Tötungsabsicht, sein Mandant „hätte ganz anders agieren können - viel brutaler - wenn er das Ziel ernsthaft verfolgt hätte.“ Der Verteidiger hatte ein geringeres Strafmaß gefordert. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Es ist damit rechtskräftig.

dpa

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