Fall vor dem Amtsgericht

Mann rastet in VdK-Geschäftsstelle aus - und spricht Todesdrohung aus

Er fühlte sich vom Berater der Brucker Geschäftsstelle des Sozialverbands VdK offenbar schlecht behandelt. Da platzte einem 59-Jährigen der Kragen. 

Fürstenfeldbruck – Dass Mitarbeiter von Behörden oder Beratungsstellen von ihren Kunden beziehungsweise Klienten nicht nur beleidigt, sondern auch bedroht oder gar angegriffen werden, kommt immer häufiger vor. Das musste auch der VdK-Angestellte erleben. Der Fall: Der 59-Jährige war zur Beratung bei ihm in der Geschäftsstelle. Er wollte sich einen Schwerbehindertenausweis ausstellen lassen, da er über psychische Probleme klagte. Im Laufe des Gesprächs rastete der Mann jedoch aus. Er erklärte dem Angestellten, er verfüge über Waffen. Und damit noch nicht genug: Er habe außerdem eine militärische Spezial- und eine Kampfausbildung bei der Berliner Polizei durchlaufen und er sei bereit zu töten.

Angeklagter baut Büro im Wartezimmer auf

Dabei blieb es erst einmal. Doch einige Zeit später erschien der 59-Jährige erneut in der Geschäftsstelle. Im Gepäck hatte er mehrere Ordner, Stempel und Kugelschreiber. Im Wartezimmer baute der Angeklagte sein Büro auf. Die Angestellten waren zunächst verwundert und ließen ihn in Ruhe. Um die Mittagszeit sagte ihm einer, er müsse die Räume jetzt verlassen. Da wurde der Mann ausfällig und beschimpfte den Angestellten. Für ihn müsse ein Nachfolger gesucht werden, denn seine Stelle werde bald frei. Der VdK-Mitarbeiter rief daraufhin die Polizei. Bis die Beamten kamen, dauerte es jedoch eine Weile. In der Zwischenzeit packte der 59-Jährige seine Sachen zusammen und ging einfach, sagte der Mann vor dem Amtsgericht aus.

Der Mann hatte lange überlegt ob er den 59-Jährigen anzeigen soll. Doch er war sich nicht sicher, ob er nicht noch einmal in die Geschäftsstelle kommen würde, um seine Drohungen wahr zu machen. Also ging er zur Polizei. In der Verhandlung wurde dann offenbar, dass der 59-Jährige psychische Probleme hat. Er erschien in der Kluft eines Buddhisten zur Verhandlung. Ein Attest bescheinigte, dass er unter anderem unter paranoider Schizophrenie leidet. Immer wieder war der Angeklagte in psychiatrischer Behandlung, auch stationär war er mehrfach untergebracht – einmal sogar ein ganzes Jahr. Er lebt inzwischen auch in einem sozialpsychologischen Zentrum in München.

Um ein Urteil zu fällen, hätte ein weiteres medizinisches Gutachten erstellt werden müssen. Das ersparte der Richter dem Angeklagten. Er stellte das Verfahren ein.

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Rubriklistenbild: © dpa

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