Mann verprügelt Frau mit Pfanne

Vaterstetten - Weil seine Freundin den Schnaps versteckt hatte, flippte ein 50-Jähriger aus. Er schlug sie mit einer Bratpfanne und einer Schöpfkelle. Jetzt büßte er vor Gericht.

Er war betrunken. Sturzbetrunken. Und in seinem Vollrausch verdächtigte Martin Z. (alle Namen geändert), 50, seine Freundin, dass sie seine Schnapsflasche versteckt habe. Plötzlich prügelte er brutal mit Küchenutensilien auf sie ein. Rund drei Promille pulsierten in seinem Blut.

Nun stand der 50-jährige Münchner vor dem Ebersberger Amtsgericht. Die Vorwürfe: gefährliche Körperverletzung und Beleidigung.

31. Oktober 2010: Kerstin F., 41, steht in ihrer Küche in Vaterstetten und zündet sich eine Zigarette an. Ihr Lebensgefährte Martin Z. kommt stark betrunken herein. Er fragt sie nach dem Schnaps, beschimpft sie als „Schlampe“ und „blöde Polin“. Dann wirft er sie zu Boden und schlägt zu. Mit einer Bratpfanne und einer Schöpfkelle prügelt er auf ihren Kopf und den ganzen Körper ein. Nach der Attacke legt sich die Geschädigte hin, obwohl sie am Kopf blutet. „Ich hatte große Angst“, sagt sie. Erst als ihr Lebensgefährte mit dem Hund vor die Tür geht, traut sie sich, die Polizei anzurufen. Sie erleidet eine Platzwunde am Kopf, Blutergüsse, Prellungen im Gesicht und eine Schürfwunde am Arm.

„Es ist tatsächlich so passiert“, so der Angeklagte. „Aber es war im Vollrausch. Erst als die Polizei kam, wurde mir bewusst, was ich getan hatte“, behauptete er. „Ich bin seit 32 Jahren alkoholkrank.“ Nur wenn er Schnaps trinke, werde er aggressiv. Das bestätigte auch sein Opfer, das inzwischen wieder zu ihm Kontakt hat - aber nur, wenn er nüchtern ist. „Normalerweise ist er ein lieber Mensch“, sagte sie. Und das, obwohl er sie derart verprügelt hatte, dass die Pfanne verbeult wurde. „Es tut mir sehr leid, dass ich das ausgerechnet dir angetan habe“, entschuldigte er sich.

Richterin Susanne Strubl verurteilte Martin Z. wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Tatvorwurf der Beleidigung wurde fallen gelassen, da die Zeugin keinen Strafantrag gestellt hatte. Und er muss seine ambulante Alkoholtherapie beenden, 50 Stunden soziale Dienste ableisten und den Kontakt zur Zeugin vermeiden, wenn er getrunken hat.

Von Marlene Kadach

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