Mariella Haubs aus Hohenschäftlarn

Ist diese Oberbayerin der kommende Musik-Star?

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Mariella Haubs aus Hohenschäftlarn studiert seit zwei Jahren Violine an der Juilliard-School in New York.

München - Mariella Haubs aus Hohenschäftlarn studiert seit zwei Jahren Violine an der Juilliard-School in New York. Ein Portait.

Es gibt Gespräche, die wirken nach. Weil man beeindruckt ist von der Person, mit der man da gerade gesprochen hat. Mariella Haubs ist ein solcher Mensch. Sehr schlanke Figur, schulterlange blonde Haare, gewinnendes Lächeln. Auf den ersten Blick ein normales Großstadt-Mädel, doch der Geigenkoffer, der neben ihr steht, verrät schon, was sie besonders macht. Es ist nicht nur ihr außergewöhnliches Violinespiel. Es ist die Leidenschaft, der unbedingte Wille, alles aus ihrem Instrument herauszuholen, der sie auszeichnet. Und der sie an jenen Ort gebracht hat, an dem wir sie treffen: die Juilliard-School in New York. Musikkonservatorium, Schauspiel- und Tanzschule. Ein paar Laufsekunden vom Central Park entfernt. Hierher schaffen es nur die ganz großen Talente. Und diejenigen, die bereit sind, alles für ihren Traum – eine Karriere als Tänzer, Musiker, Schauspieler – zu geben. Robin Williams war hier, auch Pina Bausch oder David Garrett.

Mariella Haubs ist 19 Jahre alt. Eigentlich kommt sie aus Hohenschäftlarn, studiert aber seit zwei Jahren in New York. Weil sie in Deutschland zwei Schulklassen übersprungen hat, konnte sie schon mit 14 in die USA kommen. Ihre Mutter hat sie damals begleitet. Mariella besuchte eine deutsche Schule, machte ihren Highschool-Abschluss – und hatte damit die formelle Anforderung für ein Studium in Juilliard in der Tasche. Die Kür folgte bei der Aufnahmeprüfung: Da überzeugte sie die fünf Jurymitglieder mit ihrem Spiel.

„Ein bissl“ außerhalb von New York hätten ihre Mutter und sie damals gewohnt, erzählt die Wahlamerikanerin, bei der die bayerische Herkunft immer wieder in der Sprache durchblitzt. In Harrison war ihre deutsche Schule; an den Wochenenden ging es nach New York, zur Vorbereitung auf das Vollstudium. Daneben: üben, üben, üben. Ein heftiges Programm für eine junge Frau. „Manchmal denke ich das auch, im Nachhinein“, gibt sie zu. Doch bereuen tut sie es nicht: „Wäre ich nicht so ehrgeizig gewesen, dann wäre ich heute nicht hier!“ Am liebsten hätte sie schon mit drei Jahren begonnen mit dem Geige-Spiel. Ihre älteren Geschwister spielten schon zwei Instrumente – da wollte sie auch mitmachen. Ihre Eltern waren dagegen. So musste der Geigenunterricht zwei Jahre warten. Als wollte sie diese Zeit nachholen, gab sie von da an alles.

Bis sie acht war, übte sie eine Stunde am Tag; „dann bin ich auf vier, fünf Stunden hoch. Im Moment übe ich ein bissl weniger – etwa drei, vier Stunden“, erzählt sie. Mehr als fünf Stunden üben wäre ohnehin sinnlos, weil das Gehirn gar nicht so viel aufnehmen kann, sagt ihr Lehrer. Der ist eine Legende. Itzhak Perlman, israelischer Star-Geiger. Er war schon Mariellas Idol, als die Violine noch länger als ihre Ärmchen war. „Doch damals dachte ich, er sei schon tot“, erzählt sie, und ihre Wangen werden ein bisschen rot. Das erste Aufeinandertreffen war dafür umso „unglaublicher“.

Juilliard ist für sie ein Ankommen unter Gleichgesinnten. Hier haben alle schon als Kind geübt, hier sind alle „die Komischen“, hier gibt’s nur „Musik-Nerds“, sagt Haubs und lacht. Denn für sie war es in der Kindheit nicht immer einfach: Als sie zehn war, waren ihre Mitschüler schon zwölf oder 13. „Irgendwann hab ich mich nicht wirklich mehr mit Freunden verabredet, sondern bin daheim geblieben und habe geübt“, erzählt sie. Es klingt nicht traurig, nicht verbittert. Sie wirkt nicht wie jemand, der das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben. Auch weil sie wieder mit einem Strahlen in den Augen betont: „Nur so habe ich es hierher geschafft.“

Um die Schulkosten in Höhe von 41 630 US-Dollar im Jahr zu finanzieren, erhielt sie Stipendien der Deutschen Stiftung Musikleben und des Deutschen Musikrates. Unterkunft und Verpflegung sind nicht enthalten. „So müssen wir jedes Jahr schauen, wie wir die Finanzierung stemmen. Aber ich verdiene durchs Spielen ein bissl was.“ Im vergangenen Sommer war sie nur zwei Tage zu Hause – die übrige Ferienzeit gab sie Konzerte in Europa.

So soll es auch nach dem Studium weitergehen – mit der Geige die Bühnen der Welt erobern. Ihr Ziel: den eigenen Stil schärfen. Heute klinge vieles gleich, bedauert Mariella Haubs. „Es ist gar nicht mehr so leicht, herauszuhören, wer spielt.“ Der Versuchung, andere nachzumachen, möchte sie nicht erliegen. Sie will bei sich bleiben, sich nicht vergleichen. Denn: „Ich glaube, jedes Mal, wenn man sich vergleicht, verliert man ein bissl von sich selbst."

Katja Kraft

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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