Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort

Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort

Hans Tauber steht seit 20 Jahren bei jedem Heimspiel am Grill 

Der Maroni-Mann des ESC

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Leckere Esskastanien: Zugunsten des Eishockey-Nachwuchses verkauft Hans Tauber seit 20 Jahren bei den Heimspielen im Heinz-Schneider-Eisstadion heiße Maroni.

Der Duft verbreitet sich langsam im Eisstadion. In der ersten Drittelpause sind die Maroni fertig. Hans Tauber steht bei jedem Heimspiel hinter dem Grill im Eisstadion – und das seit 20 Jahren. Mit dem Verdienst unterstützt er den Nachwuchs. Und nicht nur damit.

Geretsried – Er ist der Maroni-Mann vom Eissportclub (ESC) Geretsried: Hans Tauber verkauft die frisch gerösteten Esskastanien seit 20 Jahren im Eisstadion und seit 30 Jahren auf dem Christkindlmarkt. Der Erlös fließt zu hundert Prozent in die Jugendarbeit des ESC. Freunde Taubers haben an „ihren“ Maroni-Mann auf der Facebook-Seite des Geretsrieder Merkur erinnert, nachdem unsere Zeitung kürzlich Ismet Ilgar porträtiert hatte. Der gebürtige Türke bot die gesunden Edelkastanien jahrzehntelang in Wolfratshausen an und betreibt seit heuer einen Stand vor dem Isar-Kaufhaus in Geretsried.

Zu erkennen ist Hans Tauber, ehemaliger Spieler der ersten Mannschaft, langjähriger Trainer, Schiedsrichter und Vater von River-Rats-Verteidiger Hans Tauber junior, an seiner blau-roten Mütze mit den zwei Bommeln an den Ohrenklappen – Modell 1990er Jahre. Das gute Stück setzt er bei fast jedem Heimspiel der Rats auf, bevor er seinen Gasgrill anwirft und die kreuzweise eingeschnittenen Maronen zum Rösten darauf verteilt.

Langsam entwickelt sich der süßliche Duft der Nussfrüchte. Bis zur ersten Drittelpause sind sie fertig, und es bildet sich eine Schlange vor Taubers Stand. „Fünf Kilogramm pro Abend gehen leicht weg“, sagt er. Zehn Stück kosten zwei Euro.

So viel Gewinn bleibt da nicht, doch 600 bis 900 Euro pro Saison kann der Ex-Eishackler dem Nachwuchs schon zustecken. „Ich mach’s in erster Linie, weil’s mir Spaß macht“, sagt der 63-jährige Kraftfahrer. Die Spiele schaue er sich sowieso an, und beim Rösten und Verkaufen ergebe sich immer der ein oder andere nette Ratsch.

Hans Tauber hat noch die Natureisbahn erlebt, die sich ab 1969 gegenüber dem jetzigen Stadion befand, das 1972 unter Bürgermeister Heinz Schneider gebaut und später nach ihm benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere als Abwehrspieler förderte Tauber seinen Sohn, heute 32, mit allem was dazugehört – vom frühen Heranführen an den Sport mit den ersten Schritten auf Kufen über die ständige Motivation und Bestärkung bis zur Begleitung zu den Auswärtsbegegnungen. Bis vor zehn Jahren trainierte der Vater die Kleinschüler und Schüler. „Man kann schon sagen: Eishockey ist mein Leben“, meint der Mann mit der markanten Mütze.

Weil das so ist, hat er bereits vor 30 Jahren den Maronenverkauf auf dem Geretsrieder Christkindlmarkt von Johann Stark übernommen. Zusammen mit Hans Georg von Dulong steht er dort Jahr für Jahr am zweiten Adventswochenende hinterm Ofen, um fleißig für die Jugend zu sammeln.

Ans Aufhören denkt der 63-Jährige nicht. Im Gegenteil: „2018 gehe ich in Rente, dann habe ich noch mehr Zeit.“ Dass das Eisstadion wie von der Stadt versprochen ein Dach bekommt, will er als „Maroni-Mann“ auf jeden Fall noch erleben.

Tanja Lühr

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