Überfall auf Nachtportier

Rätselhaft: Wie kamen die Maskierten ins Hotel?

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Um ins Hotel zu gelangen, musste die Feuerwehr die Türen aufbrechen.

Erding - Es klingt wie im Film: Zwei maskierte Männer haben den Angestellten eines Erdinger Hotels überfallen, gefesselt und in den Keller verfrachtet. Doch eine große Frage bleibt: Wie kamen sie überhaupt ins Hotel?

Es war gegen 3.30 Uhr, als der Nachtportier des Best Western Park Hotels am Erdinger S-Bahnhof völlug unvermittelt angegriffen wurde.

Zwei maskierte Männer zwangen den jungen Mann, der erst seit kurzem in dem Hotel arbeitet, in einen Raum im Keller. Sie fesselten den Angestellten mit Klebeband. Ob sie danach auch noch auf Beutezug gingen, stand zunächst nicht fest. Dem Portier gelang es recht schnell, das nicht allzu fest sitzende Panzertape zu lösen. Durch die Tiefgarage rannte er ins Freie und alarmierte vom gegenüberliegenden S-Bahnhof aus die Polizeieinsatzzentrale des Präsidiums Ingolstadt. Die Inspektion rückte mit zahlreichen Fahrzeugen an. Später kam auch der Kriminaldauerdienst der Kripo Erding hinzu. Der Bedienstete erlitt bei dem Überfall Kratzwunden an der rechten Wange und am Oberkörper. Er machte einen gefassten Eindruck, könnte anfangs aber unter Schock gestanden haben.

Einsatzkräfte stehen vor verschlossenen Türen

Das Problem war, dass die Einsatzkräfte anfangs nicht ins Hotel gelangten und die Inhaber nicht zu erreichen waren. Deswegen wurden die Feuerwehren Erding und Altenerding alarmiert, um auf jeden Fall die Eingangstüren aufzubrechen, evetuell aber auch die 60 Zimmer zu öffnen. Denn der Hotelangestellte sagte aus, dass es den Tätern eigentlich nicht gelungen sein könne, das Gebäude zu verlassen. In der Tat, alle Zugänge waren beim Eintreffen der Einsatzkräfte verschlossen. Auch die nur innen zu öffnenden Fluchttüren waren zu.

Ein weiteres Rätsel dieses Gewaltverbrechens: Wie gelangte das Duo ins Gebäude? In der Nacht ist der Komplex verschlossen. Das Opfer sagte aus, es habe niemandem geöffnet. Der Nachtportier habe auch keine verdächtigen Wahrnehmungen außerhalb des Gebäudes gemacht. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich die Männer am Sonntag als Hotelgäste einquartiert hatten. Die Gästeliste erwies sich dabei allerdings als wenig hilfreich, sie war zu ungenau, um alle Personendaten abzugleichen.

Die Feuerwehrmänner hebelten zwei Zugänge auf. Die Polizisten schwärmten im gesamten Gebäude aus. Nun begann die aufwändige Ermittlung. Denn an jeder Zimmertür des voll belegten Hotel musste geklopft werden. Die Beamte trugen teils schusssichere Westen und waren mit Pistolen beziehungsweise Maschinenpistolen bewaffnet. Gegen 5.30 Uhr forderte der Einsatzleiter weitere Kräfte an, um die Kontrollen bis zur Frühstückszeit zu beschleunigen.

Überfall auf Nachtportier: Bilder

Überfall auf Nachtportier: Bilder

Bis zum Morgen konnten die Täter nicht entdeckt werden. Die Fahndung nach ihnen läuft.

Täterbeschreibung

Bei den Tätern handelt es sich um zwei zirka 1,80 Meter große Männer. Sie waren maskiert. Wer in der Nacht rund um das Hotel Wahrnehmungen gemacht hat, erreicht die Kripo Erding unter Tel. (0 81 22) 96 80.

Hans Moritz

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